Schreiben von Georg Bell an Ernst Röhm vom 15. März 1932

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Scan der Wiedergabe des Briefes in der Dokumentensammlung Weimar und der Kampf gegen 'rechts'.


Georg Bell Krottenmühl/Simssee


München, den 15.3.1932


Einschreiben An Herrn Oberstleutnant Ernst Röhm München Hohenzollernstraße 110

Sehr geehrter Herr Oberstleutnant!

Ich habe mich heute von Graf Du Moulin, verabschiedet, da ich nun doch zu der Überzeugung gekommen bin, dass ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen dem Grafen und mir auf die Dauer unmöglich sein würde. Es zeigt sich täglich mehr und mehr, dass die Auffassung des Grafen vom Wesen und der Behandlung eines wirklichen Nachrichtendienstes sowie von der Art der Erledigung der gestellten Aufgaben so grundverschieden ist von meinen Anschauungen, dass ich in dem bisherigen Verhältnis zu ihm leider nicht mehr weiterzuarbeiten vermag. Ganz abgesehen davon, kann ich mich nicht des Gefühls erwehren, dass der graf meine Stellung und auch meine Arbeit in einer Weise auffasst, wie sie ursprünglich sicherlich nicht gedacht sein konnte. Es tut mir besonders leid, diese Mitteilung heute machen zu müssen, da sie in eine Zeitspanne fallen [sic!], die an und für sich mit Unannehmlichkeiten gesättigt ist, und ich bedauere die Trübung des dienstlichen Verhältnisses zwischen dem Grafen und mir umsomehr, als ich privat rein persönlich, mit dem Grafen im besten Einvernehmen stehen könnte. Ich bitte Sie höflichst, sehr verehrter Herr Oberstleutnant, diesem unerquicklichen Zustand abzuhelfen oder mich anderweitig zu verwenden. Mit der aufrichtigen Versicherung meiner absoluten Ergebenheit Ihrer Person gegenüber bin ich, sehr verehrter Herr Oberstleutnant, Ihr

Quelle[Bearbeiten]

  • Alexander Dimitrios: Weimar und der Kampf gegen «rechts». Eine politische Biographie, Bd. 3 (Dokumente), Ulm 2009, S. 271.