Seite:Aachener Stadtrechnungen aus dem XIV. Jahrhundert.djvu/73

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der mit ihm auf dem Schlosse hauste. Das Raubnest verblieb ihnen und nach acht Jahren konnten sie ihre Räubereien von Neuem im Lande wieder beginnen, wenn’s ihnen gefiele. Ein so klägliches Resultat hatte all der Aufwand von Zeit und Geld und Leuten. Der Stadt Aachen allein kostete der Auszug nach der Rechnung 62861/2 Goldgulden, denselben zu 3 Thlr. 5 Sgr. angenommen, macht das nach unserm Gelde 19.9071/4 Thlr.

Wie wurden diese Unkosten aufgebracht? Auch darüber gibt uns der Rentmeister Rickolff Coliin Auskunft mit den Worten: „Dit is dat die burgermeistere widder umb intfangen haven van den genen die liiffzuycht gegolden haven widder die stat (von denjenigen, die Leibzucht gekauft haben bei der Stadt), der Namen hernå geschreven steynt. Primo, van heren Arnolt Volmer synen wive ind siinre Doichter 750 gulden van 75 gulden, den gulden vur zien gulden vergolden.“ Also für 1 Gulden Leibrente wurden der Stadt 10 Gulden à fonds perdu eingezahlt; das waren schwere Zinsen um so mehr, da auf das Alter des Käufers wenig Rücksicht genommen wurde. So sehen wir oben zwischen Mutter und Tochter keinen Unterschied machen, während in den folgenden Posten auch 101/2 und 11 Gulden, aber mehr nicht, für den Gulden Rente gezahlt werden. In acht Posten wurde die für die damalige Zeit bedeutende Summe aufgebracht, ein Beweis, daß es den Bürgern nicht an Geld und der Stadt nicht an Kredit fehlte. Indessen war das doch für letztere ein schlimmer Handel, wobei sie nothwendig in Schulden gerathen mußte. Dieses wird in unserer folgenden Mittheilung über die Einnahmen näher erörtert werden.



Einnahmen der Stadt Aachen

Sind unsere Mittheilungen über die in den fraglichen Rechnungen verzeichneten Ausgaben etwas weitläufig geworden, so können wir uns über die Einnahme desto kürzer fassen. Zuerst finden wir dieselben verzeichnet in der Rechnung von 1344, dann in den Jahren 73, 85, 87, 91 und 94. Sie lassen sich unter


    Hrn. Archivrath Lacomblet eine andere Ausfertigung desselben vorgelegen haben muß. Übrigens stimmt unsere Urkunde, die alle Zeichen der Authenticität und sämmtliche sechs Siegel hat, bis auf den Zusatz gleich im Anfang: „die diesen bryef sullen sien off houren lesen“, mit jener wörtlich, obgleich mit manigfach veränderter Orthografie, überein.