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worden sein. Die Alliirten haben blos deshalb sich zum Rückzug bewogen gefühlt, weil Napoleons Manövre, die Elbe vor ihnen zu gewinnen, von dem Ersteren durchschaut war.

Die russ. und preuss. Berichte nennen diese Schlacht die Schlacht von Gross-Görschen.

In dieser Schlacht fielen preussischer Seits der Prinz von Hessen-Homburg und der als militärischer Schriftsteller bekannte Scharnhorst.

Im Anfange der Schlacht hatte Napoleon geäussert: „Dieses ist eine ägyptische Schlacht. Eine gute Infanterie, von der Artillerie unterstützt, muss sich selbst genug sein.“

Man hat auch fast gar keine französische Reiterei im Gefechte gesehen.

Der Kaiser Napoleon übernachtete nach dieser Schlacht in Pegau, in demselben Hause, wo einst im Jahre 1757 der grosse Friedrich wohnte, das damals dem Bürgermeister Rein gehörte, wovon sich folgende Anekdote erhalten hat:

Der Bürgermeister Rein erwartete seinen hohen Gast an der Treppe. Der König, denselben erblickend, fragte: Wer ist er? Ihro Majestät, ich bin der Besitzer dieses Hauses! Kön.: Was ist er? Ich bin ein Juris practicus! Kön.: Nun, den ersten Process, den ich habe, soll er machen.

Nach dieser Abschweifung noch einige wenige Worte über Auligk Unterhof.

Zu Auligk Unterntheils gehörten früher auch Antheile von den Dörfern Minkwitz und Traupitz, welche jedoch durch die Theilung Sachsens für diese Gerichtsbarkeit verloren gingen.

Hier in Auligk Unterntheils befindet sich auch noch eine Schenke, die der Schenke in Oberhof insoferne nachsteht, als sie nur beschränkte Gastgerechtigkeit hat.

M. G.     





Costewitz


sonst Costitz, Cosswitz geschrieben, liegt ¾ Stunden südwestwärts von Pegau und gehört zu der dichten Dörferreihe, welche sich oberhalb Pegau am Elstermühlgraben hinaufzieht.

Die über die Gründung und frühesten Schicksale des Ortes sprechenden Urkunden wurden im Jahre 1644 im Pegauischen Brande vernichtet. Doch so viel steht fest, dass der Ort als ein von den Sorbenwenden erbauter zu bezeichnen ist und später zum Kloster von Pegau gehört hat.

Das Rittergut im Dorfe, sonst der Zeiselhof genannt, besass bis zum 17. Jahrhundert über 150 Jahre die Familie von Helldorf.

Im Jahre 1714 war mit diesem Rittergute das Geschlecht derer von Bünau beliehen; von 1730–1750 gehörte es der Familie von Löser, darauf dem Postmeister Johann Friedrich Probst zu Pegau, von welchem es an die Freiherrlich von Apel’sche Familie kam, welche sich um den dasigen Ort, um Kirche und Schule sehr verdient gemacht hat.

Der gegenwärtige Besitzer des Gutes ist Herr Johann Friedrich Thümler, welcher seit dem 10. April 1851 damit beliehen ist.

Das Rittergut Costewitz liegt in der sogenannten goldenen Aue und die dasige Gegend zeichnet sich vorzüglich durch die enge zusammengedrängten

Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen I. Section. Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser, Leipzig 1860, Seite 166. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_I.djvu/256&oldid=3474669 (Version vom 7.1.2019)