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doch in einen allgemeinen Wohlstandt, wozu der Sitz von Königl. Behörden das Seinige beiträgt.

Ehedem war auch in Wolkenstein ein besonderes Bergamt, worunter der nicht unbedeutende Drehbacherbergbau stand. Später zog man Wolkenstein zum Marienberger Revier.

Der jezt hier betriebene Bergbau ist von geringer Bedeutung; dagegen ist das in der Nähe von Wolkenstein befindliche Bad in neurer Zeit wieder mehr und mehr in Aufnahme gekommen. Eine nähere Beschreibung dieses Bades haben wir schon bei der speciellen Geschichte vom Rittergute Hilmersdorf geliefert, so dass wir füglich darüber hinweggehen können und bloss dahin verwiesen haben wollen.

Die Hauptkirche von Wolkenstein steht fast am westlichen Ende der Stadt.

Die Kirche war in den ältesten katholischen Zeiten dem Ritter St. Georg gewidmet, dessen Bildniss mit dem Lindwurme noch jetzt über der kleinen Kirchthüre am Glockenthurme zu sehen ist. Ausserdem gab es in der Nähe von Wolkenstein mehrere Kapellen, als die über dem warmen Bade, genannt die Kirche zu unsrer lieben Frauen auf dem Sand, oder die Sandkirche, die 1609 abgetragen worden ist, desgleichen in Schönbrunn und Wiesenbad; die letztere begabte Fürst Georg reichlich, sie ward 1505 vom Meissner Bischof eingeweiht und die St. Jobs- oder Hiobskapelle und das Bad Hiobsbad genannt.

Jetzt existirt in Wolkenstein nur noch eine Hospital- oder Begräbnisskirche in der Vorstadt und nebenbei befindet sich ein grosser Gottesacker.

Zur Parochie von Wolkenstein gehören Geringswalde, Hilmersdorf, Heinzbanck, das Bad, die Schmelzhütte, der Wolfsberg, die Hut, Kohlau, die umliegenden Vorwerke und Mühlen.

Die Collatur über das Pfarramt übt das Hohe Cultusministerium, das über das Diaconat der Stadtrath zu Wolkenstein.

Wolkenstein als früheres Amt ist jetzt ebenfalls in ein Gerichtsamt verwandelt, wozu die Stadt mit 197 bewohnten Gebäuden und 1908 Einwohnern gehört und ausserdem noch 13 Landgemeinden.

M. G.     




Leubnitz


vom wendischen Lipoi, Leupa (eine Linde) abstammend, liegt ganz in der Nähe und ¼ Stunde von Werdau und ist also wohl von dem im Voigtlande 2 Stunden von Plauen entfernten Dorfe Leubnitz zu unterscheiden.

Unser in dem fruchtbaren und gesunden Pleissengrunde an der linken Seite des Flusses gelegenes, von Osten nach Westen sich ausdehnendes Dorf mit Schloss ist sehr alten Ursprungs und schon von den alten Sorbenwenden angelegt. Nach Vertreibung der Sorbenwenden kam

Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen IV. Section. Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins, Leipzig 1856, Seite 179. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_IV.djvu/278&oldid=- (Version vom 17.8.2017)