Seite:Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen V.djvu/277

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Eubabrunn,


1/4 Stunde von Erlbach, also eine halbe Stunde von der Stadt Markneukirchen, 11/2 Stunde von Adorf, 2 Stunden von Schöneck, 1 Stunde von dem böhmischen Städtchen Schönbach und 2 Stunden von der ebenfalls böhmischen Stadt Graslitz entfernt in einem freundlichen Thale gelegen, wogegen das Rittergut mit zwei andern Bauerhäusern vom Dorfe entfernt auf einem Berge sich erhebt, von wo aus man eine herrliche Aussicht nach den Städten Neukirchen und Adorf geniesst.

Den Namen hat der Ort von seiner schönen Lage im Thale und mag früher Aubrunn genannt worden sein.

Seine Entstehung ist wohl ebenfalls den böhmischen Exulanten zuzuschreiben, welche hierher kamen, sich ansiedelten und die Wälder rodeten.

Das dasige Rittergut war von jeher mit Erlbach combinirt gewesen und als Vorwerk betrachtet worden.

Jetzt aber und in den letzten Jahren sind zu dem alten Schlosse neue Wirthschaftsgebäude und Scheunen erbaut, wofür bis jetzt 22000 Thaler vorausgabt sind und zu deren Vollendung noch wenigstens 6 bis 8000 Thlr. erfordert werden.

Aus 300 Acker Holzboden ist Feld bearbeitet, welches nach 5 Jahren nach Einheiten sich ermitteln lassen wird.

Der Viehbestand ist ein vortrefflicher und auf 100 Stück zu berechnen, incl. des Rindviehs. Ausserdem ist eine grosse Dampfbrennerei im Gange, welche einen vorzüglichen Gewinn gewährt, und es ist mit Gewissheit jetzt schon zu bestimmen, dass nach 3 oder 4 Jahren die ganze Oeconomie musterhaft dastehen wird. Und man behauptet nicht zu viel, wenn man sagt: dass dieses Gut nach 3 oder 4 Jahren als eines der schönsten Rittergüter Sachsens erscheinen wird.

Der Boden hiesiger Gegend ist sehr ertragfähig, und man wird staunen, was menschliche Hände, was eine gute Bewirthschaftung vermag, wie viel einem solchen Boden abzugewinnen ist.

Wie wir schon bei der Beschreibung der beiden Rittergüter Erlbach obern und untern Theils erwähnt haben, so gehörten diese Güter mit Eubabrunn stets zusammen und die frühesten Besitzer war das altadelige berühmte Geschlecht des Voigtlands die Herren von Thoss, von welchen sie an eine eben so berühmte und würdige Familie an die von

Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen V. Section. Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins, Leipzig 1859, Seite 183. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_V.djvu/277&oldid=- (Version vom 7.1.2017)