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Wenn Tag und Nacht in verworrenem Streit,

Schon Hähne krähen in Dörfern weit,
Da schauert sein Roß und wühlet hinab,
Scharret ihm schnaubend sein eigenes Grab.


 Das kalte Liebchen.

 III.
Er. Laß mich ein, mein süßes Schätzchen!
Sie. Finster ist mein Kämmerlein.
Er. Ach, ich finde doch mein Plätzchen.
Sie. Und mein Bett ist eng und klein.

5
Er. Fern komm’ ich vom weichen Pfühle.

Sie. Ach, mein Lager ist von Stein!
Er. Draußen ist die Nacht so kühle.
Sie. Hier wird’s noch viel kühler seyn.

Er. Sieh! die Sterne schon erblassen.

10
Sie. Schwerer Schlummer fällt mich an. –

Er. Nun, so will ich schnell Dich fassen!
Sie. Rühr’ mich nicht so glühend an.

Er. Fieberschauer mich durchbeben.
Sie. Wahnsinn bringt der Todten Kuß. –

15
Er. Weh! es bricht mein junges Leben!

Sie. Mit ins Grab hinunter muß.

Empfohlene Zitierweise:
Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Vereinsbuchhandlung, Berlin 1826, Seite 253. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_dem_Leben_eines_Taugenichts_und_das_Marmorbild.djvu/257&oldid=- (Version vom 31.7.2018)