Seite:Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild.djvu/97

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Aber wie erstaunte ich, als ich erwachte, und wirklich eine Menge schöner frischer Blumen auf und neben mir liegen sah! Ich sprang auf, konnte aber nichts besonderes bemerken, als bloß in dem Hause über mir ein Fenster ganz oben voll von duftenden Sträuchen und Blumen, hinter denen ein Papagey[1] unablässig plauderte und kreischte. Ich las nun die zerstreuten Blumen auf, band sie zusammen und steckte mir den Strauß vorn ins Knopfloch. Dann aber fing ich an, mit dem Papagey ein wenig zu diskuriren, denn es freute mich, wie er in seinem vergoldeten Gebauer mit allerlei Grimassen herauf und herunter stieg und sich dabei immer ungeschickt über die große Zehe trat. Doch ehe ich mich’s versah, schimpfte er mich „furfante!“. Wenn es gleich eine unvernünftige Bestie war, so ärgerte es mich doch. Ich schimpfte ihn wieder, wir geriethen endlich beide in Hitze, je mehr ich auf Deutsch schimpfte, je mehr gurgelte er auf italienisch wieder auf mich los.

Auf einmal hörte ich Jemanden hinter mir lachen. Ich drehte mich rasch um. Es war der Maler von heute früh. „Was stellst Du wieder für tolles Zeug an!“ sagte er, „ich warte schon eine halbe Stunde auf Dich. Die Luft ist wieder kühler, wir wollen in einen Garten vor der Stadt gehen, da wirst Du mehrere Landsleute finden und vielleicht etwas näheres von der deutschen Gräfin erfahren.“

Darüber war ich außerordentlich erfreut, und wir traten unsern Spaziergang sogleich an, während ich


  1. Vorlage: Papapey