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Kälte. – Der Fürstbischoff Franz Ludwig ließ deswegen vor einigen Jahren an den zugehenden Wegen alle 30 Schritte hölzerne Pflöcke setzen, die gleichsam zur Richtschnur dienen sollten: allein bey ihrer Durchkreuzung weiß der oft schon von Kälte starrende Wanderer nicht, welchem Zeichen er folgen soll, und leicht mag zur Winterzeit ein starker Nebel oben auf der Ebene liegen, wie es fast immer geschieht, so verliert er selbst diese Pflöcke aus dem Gesichte, und fällt erstarret zur Erde. Ich selbst kann aus Erfahrung reden.

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 Um 3 Uhr des Nachmittags, wo es also noch ziemlich hell war, befand ich mich nach einem zurückgelegten ausserordentlich schlimmen Weg, über den mein Fuhrmann nicht genug fluchen konnte, auf der hohen Röhne, eine Viertelmeile von dem darauf liegenden Örtchen Frankenheim. Zum Unglück lag ein so dichter stinkender Nebel, daß man nicht 15 Schritte weit sehen konnte. Alle Spur eines Wegs war durch den Wind mit Schnee bedeckt, und mein Wegweiser, den ich gemiethet hatte, und der mit einem großen Stocke voran ging, mußte gleich einem Hunde nur aus dem Geruche die ächte

Empfohlene Zitierweise:
Anonym: Beschreibung der Röhne und der darauf liegenden Ortschaften Frankenheim und Birx. In: Journal von und für Franken, Band 1, S. 233-254. Raw, Nürnberg 1790, Seite 239. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Beschreibung_der_R%C3%B6hne_und_der_darauf_liegenden_Ortschaften_Frankenheim_und_Birx.pdf/7&oldid=3014198 (Version vom 6.6.2017)