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Damen-Gedicht an den Verfasser.

Ach wir armen, armen Frauen
Leiden ja am Schwachsinn sehr
Und – da Sie’s uns deutlich sagen
Fühlen wirs noch um so mehr.

Dass mit Irren und mit Kranken
Umgehen Sie bei Tag und Nacht
Hat zu Ihrem Buch gewisslich
Sie befähigt sehr gemacht.

Ausser diesen ist die Köchin
Wohl „Ihr“ einziger Verkehr
Und auch diese kann nicht kochen
Männer können’s ja vielmehr!

Reisset, reisset Eure Strümpfe,
Herrn der Schöpfung all entzwei
Unser einziges Glück und Können
Ist zu stricken sie Euch neu.

Ich auch finde stets vortrefflich
Was gesagt wird und gemacht
Darum hab’ ob Ihres Buches
Wie ein Kind ich auch gelacht.

Wär, ach wär doch nur die Erde,
Nichts als wie ein Erdenkloss!
Warum giebt’s Musik und Künste
Warum Wissenschaften bloss!

Wenn ein gutes Buch wir lesen
Schlafen wir unfehlbar ein,
Höchste Harmonie auf Erden
Ist uns unsrer Kinder Schreien.

Ja, es leiden sehr am Schwachsinn
Wir vom schwächeren Geschlecht,
Aber glauben’s Sie’s, mein Bester,
Männer thun’s oft erst recht!!

Empfohlene Zitierweise:
Paul Julius Möbius: Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes. 5. veränderte Auflage. Marhold, Halle a. S. 1903, Seite 123. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_%C3%9Cber_den_physiologischen_Schwachsinn_des_Weibes_(M%C3%B6bius).djvu/123&oldid=- (Version vom 31.7.2018)