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goldnen Nägel, womit das Thor beschlagen ist und der Mond ist das Schloß daran.“

7. Fällt Schnee, so sind es Federn aus dem großen Bett, das dem lieben Gott aufgegangen ist; oder Frau Holle macht ihr Bett. Hierzu gehört eine merkwürdige Stelle Herodots (Melpom. c. 7 ), wonach bereits die alten Scythen glaubten, die nördlichen Weltgegenden seyen unsichtbar und unzugänglich, weil Erde und Himmel mit Federn angefüllt seyen und dies deutet er weiterhin (c. 31.) selbst auf Schnee.

Vom wehenden Schnee in großen Flocken: „Müller und Bäcker schlagen sich mit einander“ (s. Jean Pauls Ouintus Fixlein S. 102.) Das sagt man auch, wenn es zugleich regnet und schneit. Schnee ist Mehl (wie Fischart auch anmerkt), im Isländischen miöll, nix candidissima, gerade wie wir Mehlthau haben. – Der Wind ist ein gieriges Thier, das Nahrung für seine Kinder sucht. Prätorius führt an in der Weltbeschreibung I. 49.: „zu Bamberg in Franken zur Zeit eines starken Windes, hat ein alt Weib ihren Mehlsack in die Hand gefaßt, und denselben aus dem Fenster in die freie Luft nebenst diesen Wörtern ausgeschüttet:

lege dich, lieber Wind,
bringe das deinem Kind!

Sie wollte hiermit den Hunger des Windes stillen, da sie glaubte derselbige wüthe darum, wie ein fräßiger Löwe, oder ein grimmig Wolf.“ In der Rockenphilosophie S. 265. „wenn der

Empfohlene Zitierweise:
Brüder Grimm: Kinder- und Haus-Märchen Band 2 (1819). G. Reimer, Berlin 1819, Seite LXVI. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Kinder_und_Hausm%C3%A4rchen_Grimm_1819_V2_A_066.jpg&oldid=- (Version vom 31.7.2018)