Seite:De Peter Halket (Schreiner).djvu/068

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Vorahnung des Reichs der Liebe vorhanden. Und wie die Sonne auf- und untergegangen ist, und die Planeten sie immerdar umkreisen, so nehmen auch wir immer mehr zu.“

Der Fremde erhob sich und stand hochaufgerichtet da, auf dem Hintergrunde der tiefschwarzen Nacht.

„Die ganze Erde ist unser, und der Tag wird kommen, an dem die Sterne, wenn sie auf diese unsere kleine Welt herunterblicken, keine Stelle mehr mit dem Blut dessen befleckt sehen, der von der Hand seines Mitmenschen gefallen ist; die Sonne wird auf- und untergehen, ohne daß ein Mensch den anderen knechtet und bedrückt. Sie werden die Schwerter umschmieden zu Pflugscharen und die Speere zu Okuliermessern; kein Volk wird Krieg führen gegen ein anderes. Statt der Dornen wird die Myrte wachsen, und kein Mann wird auf der geheiligten Erde den anderen unterjochen. Morgen geht die Sonne auf und bestrahlt die dunklen Kuppen mit ihrem Licht, und die Felsen erglänzen in ihrem Schein. Ebenso sicher wie der Sonnenaufgang morgen, ist das Kommen jenes Tages. Und ich sage Dir: selbst in diesem Lande, das jetzt von den Wehklagen der Verwundeten und den Flüchen nach Rache wiederhallt, selbst hier, wo ein Mensch den anderen hinterlistig und tückisch überfällt und ein Acker voll Goldsand mehr gilt als tausend Seelen,

Empfohlene Zitierweise:
Olive Schreiner: Peter Halket im Mashonalande. Berlin 1898, Seite 68. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Peter_Halket_(Schreiner).djvu/068&oldid=3254925 (Version vom 31.7.2018)