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„Das… das ist ein Kätzchen, Papa…“

„Ich werde dir ein Kätzchen zeigen! Siehst du, was du unartiger Junge gemacht hast! Du hast ja all mein Papier verdorben!“

Zum großen Erstaunen Wanjas teilt Papa durchaus nicht seine Sympathien für die Kätzchen. Anstatt sich zu freuen und in Entzücken zu geraten, zieht er Wanja am Ohr und ruft: „Stepan! schaff’ dieses Ungeziefer weg.“

Auch beim Essen gibt es einen Skandal… Während des zweiten Ganges vernehmen die Speisenden plötzlich ein Gequieke, und nach näherer Untersuchung findet man unter Ninas Schürze ein junges Kätzchen.

„Nina! weg vom Tisch!“ ruft ärgerlich der Vater. „Den Augenblick werden die Katzen ins Wasser geworfen. Daß ich dieses Ungeziefer nicht mehr im Hause sehe!“

Wanja und Nina sind starr vor Schreck. Ganz abgesehen von seiner Schrecklichkeit, droht der Tod im Wasser die Katze und das hölzerne Pferd ihrer Kinder zu berauben und alle Pläne für die Zukunft zu zerstören, jene herrliche Zukunft, wo die eine Katze ihre alte Mutter trösten, die andere in der Sommerfrische leben und die dritte im Keller Ratten fangen soll. Die Kinder beginnen zu weinen und um Gnade für die Katzen zu flehen. Der Vater willigt ein, aber nur unter der Bedingung, daß die Kinder nicht mehr in die Küche gehen und keine Katze mehr anrühren.

Nach dem Essen treiben sich Wanja und Nina in allen Zimmern herum und vergehen vor Sehnsucht. Das Verbot, in die Küche zu gehen, bringt sie schier zur Verzweiflung. Sie wollen nicht einmal Süßigkeiten haben und sind eigensinnig und unartig gegen die Mutter. Als am Abend Onkel Petruscha kommt, ziehen sie ihn beiseite und beklagen sich

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Anton Pawlowitsch Tschechow: Von Frauen und Kindern. Musarion, München 1920, Seite 128. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Von_Frauen_und_Kindern_(Tschechow).djvu/128&oldid=- (Version vom 31.7.2018)