Seite:De Zeumer V2 296.jpg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

meinem Bevelch getreulichen nach allem meinem besten Verstentnus, Synnen und Vermügen ob sein und das volbringen; daran mich auch kain Neyd, Hass, Miet, Gab, Zusag, Gunst, Früntschafft, Veindtschafft oder ander Sachen ainicher Weiß hindern söllen, alles one Geverd.“

§ 9. Die obgenanten Comissarien söllen auch disen vorgeschribnen Aid, sovil sy berüren mag, den Schatzmaistern thun.

§ 10. Item dieselben Schatzmaister und Comissarien und ir yeder söllen von Uns Konig Maximilian, allen Churfürsten, Fürsten und andern, gaistlichen und weltlichen, den sy verpflicht, in disem Handel und Bevelch allain aller Glübt und Aid, damit sy uns oder inen verbunden oder verstrickt weren, gentzlich ledig gezelt sein.

§ 11. Item die siben Schatzmaister sollen irem Bevelch nach, laut dieser Ordnung und dem obgeschribnen Aide, den sy sweren werden, gestracks nachgeen und dem kain Entzug oder Abbruch thun. Des sol inen auch von Uns Konig Maximilian, auch Churfürsten, Fürsten und andern Stenden des Reichs kain Ungnad oder Unwil ertzaigt oder gen inen samentlich oder sonderlich fürgenomen, sonder sy gnedigklich gehandthabt und geschirmt werden.

§ 12. Item so die järlich Versambnung bedencken und schliessen wurd, Söldner aufzunemen, söllen dieselben von Personen auß allen Landen im Hailigen Reiche, doch Fürsten, Graven, Freyherren, Ritterschaft, auch ander dartzu und zu irem Fürnemen geschickt vor andern angesehen und aufgenomen; doch also, das kain Landtschafft in solchem für die andern gezogen werd.

§ 13. Ob sich yemand in Hilff, Rat oder Anschleg der Türcken oder ander, so mit der Tat oder in ander Weiß wider die Cristanhait, das Reich oder die Nacion, geben wurden, dieselben söllen auß dem Reich geschlossen, ir Hab und Gut confisciert und dermassen offenlich publicirt werden.

§ 14. Item sol allenthalben in dem hailigen Reich bestelt werden, das Volck auf den Cantzeln zu ermanen, ob yemand Got zu Lob, zu Erhaltung und Merung cristanlichs Glaubens und des Hailigen Reichs, auch Rechtens und Fridens etwas mer, dann hievor aufgesatzt ist, Handtraich und Hilf thun wölt.

§ 15. Und nachdem yetzo durch Uns Konig Maximilian obgemelt an Uns die Churfürsten, auch Fürsten und gemaine Samblung ain eylend Hilff wider des Konigs von Franckreichs Fürnemen und Handlung, darinn er gegen Unserm hailigen Vater dem Babst und den Stenden in Italien in Übung stat, dartzuleichen begert, die auch durch Uns Churfürsten, Fürsten und gemaine Versambnung verwilliget und zu thun zugesagt, doch das den, so die dargeben, dasselbig ir Darleichen von dem gemainen Pfening bezalt werden sol, ist verordnet und beschlossen, das die siben Schatzmaister, zu Einnemen des gemainen Pfenings verordnet, ainem yeden solich sein dargelihen Gelt, sovil er des bezalt hat, und mit Unser des Ertzbischoffs zu Mentz Churfürsten oder Burgermaister und Rat der Stat Franckfurt, die dann solich eylend Hilff nach gemainer Samblung Bevelch eingenomen, Quittantzen beweyst, von dem gemainen Pfening derselben grossen Hilff wider geben und bezalen söllen.

Und des zu warem Urkund haben Wir obgenanter Maximilian Römischer Konig Unser Insigel, auch Wir obgenanten Berchtold zu Mentz, Johans zu Trier und Herman zu Cöln, Ertzbischoven, Pfaltzgrave Philips, Hertzog Fridrich tzu Sachsen, Marggraf Johans zu Brandemburg, Churfürsten, Johans zu Worms, Wilhalm zu Aystet, Ludwig zu Speyr, Albrecht zu Straßburg und Hainrich zu Chur, Bischoven, Johans Abt zu Fuld, Endris von Gronbach Maister Teutsch Ordens, Hertzog Ott tzu Bayrn, Hertzog Albrecht zu Sachsen, Hertzog Johans zu Bayren, Marggraff Fridrich tzu Brandenburg, Hertzog Magnus zu Meckelburg, Hertzog Wilhalm zu Gülch, Hertzog Eberhart zu Wirtemberg und Wilhalm der Mitler und Wilhalm der Jünger Landtgraven tzu Hessen, Unser Insigel an disen Brief gehangen, der geben ist zu Worms, am sibenden Tag des Monats Augusti, nach Cristi Gepurt XIIII hundert und im

XCV. Jaren.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Zeumer: Quellensammlung zur Geschichte der Deutschen Reichsverfassung in Mittelalter und Neuzeit.Tübingen: Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1913, Seite 296. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zeumer_V2_296.jpg&oldid=2893304 (Version vom 18.8.2016)