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2. Kapitel.
Das Geheimnis des Ballons.

„Ich schätze, daß etwa dreißig Augenpaare auf meiner gefüllten Seidenblase geruht haben, nicht wahr?“ sagte Knirps in der Kabine und warf die Hülle auf den blaugrünen Teppich. „Also dreißig Augen – und doch alle blind! Auch Ihr beide, die Ihr sonst so schlau und weitsichtig sein wollt …! – – He – nun reißt Ihr die Lider auf! – Wetten, daß mein Ballon … „es in sich hat“, – nein, „auf sich hat“ …?! Wer wettet …? – – Feiglinge seid Ihr! - Na – auch gut! – Also, verehrte Landsleute von so erhebender Kurzsichtigkeit – bei Dir kein Wunder, lieber Kurz! – wenn Ihr mir mal helfen wollt die Hülle etwas auszubreiten … So, danke! Nun beugt Eure geistreichen Köpfe ein wenig tiefer … Na – was ist das hier – und dies, und dies …? – – Aha – Buchstaben, deutsche fingerlange Buchstaben, offenbar mit einem Faserpinsel gemalt, wobei flüssiges Harz als Farbe benutzt wurde, – eine Farbe, die sich allerdings nur wenig von dem Stoff abzeichnet. – – Jetzt staunt Ihr! Unter meinem roten Haarwuchs sitzt also doch mehr Grips als unter Ihrer kahlen Schädeldecke, lieber Tümmler, und unter Deinem pomadisierten, dunkelblonden Scheitel, verehrter „Kürze-Würze“!“

Dann mußte Kurz Bleistift und Papier zur Hand nehmen, um das niederzuschreiben, was die beiden anderen

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Die Schlucht in der Wüste. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 5. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Schlucht_in_der_W%C3%BCste.pdf/6&oldid=- (Version vom 31.7.2018)