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Sie klimmt zur Felsenburg empor
Und klopft verzweiflungskühn an’s Thor:

„Ihr hohen Herrn im Ritterhaus,

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Gebt meinen Gatten mir heraus!“


„Durch eure Schuld am Schmerzenstag
Sein Kind im Mutterschooß erlag.“

Herr Werner straks zum Erker kam,
Mit Zürnen solchen Lärm vernahm.

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„Seid gnädig, Herr von Falkenstein,

So wird auch Gott euch gnädig sein.“

„Bedenkt, wenn ihr den Frieden brecht,
In Rottweil spricht der Kaiser Recht.“

Herr Werner sprach: „Das macht mir Angst,

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Geschehen soll, was du verlangst.“


Sie stürzen den gefangnen Mann
Herab vom höchsten Thurm sodann.

Am jähen Hang bei Falkenstein
Liegt blutig sein zerschellt Gebein.

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Das arme Weib im Felsengrund

Küßt stumm den bleichen, kalten Mund.

Ihr Antlitz still zum Himmel schaut,
Der selbst die Hölle überblaut.

Mit blut’gem Rock vor Freiburgs Rath

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Die jammervolle Wittwe trat.


„O Freiburg, das für Freiheit bürgt,
Wird ungestraft dein Volk erwürgt?“

„Ist mächt’ger denn die Falkenschaar,
Als Deutschlands stolzer Kaiseraar?“

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 100. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/106&oldid=- (Version vom 31.7.2018)