Seite:Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau.djvu/72

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Stelle eine solche Steinmasse zu finden, welche Menschen allein mit aller Anstrengung und Geschicklichkeit nicht durch die enge Thalschlucht heraufgebracht hätten. Ueberdieß hatte der Teufel diesesmal einen recht erwünschten Griff gemacht; denn es war ein derber rother Sandstein, der im Garten lag, und gewissermaßen von selbst einlud, ihn zu einem Springbrunnen umzuwandeln. Die Mönche legten auch sogleich Hand an das Werk und brachten ein kunstreiches Becken hervor, welches noch jetzt Bewunderung erregt.

(H. Schr.)


40. Münsterthal.

Vor Zeiten war im Münsterthal eine Grube, welche große Ausbeute an Silber lieferte. Dadurch wurden die Bergleute so übermüthig, daß sie einem lebenden Ochsen die Haut abzogen. Zur Strafe dafür wurde die Grube unsichtbar, wodurch die Bergleute in Armuth geriethen. Uebrigens halten sich ringsumher Bergmännchen auf, welche den Bergleuten zu Hülfe von Innen nach Außen entgegen arbeiten. Diese hören deren Hammerschläge mit Freude.

Im Belchen liegt ein goldener Klotz auf einem silbernen Sägbock, und im See innerhalb des Berges schwimmt ein goldener Wiesbaum und ein goldenes Kegelspiel umher.

Der Bach, welcher das Thal durchfließt, verschlingt alle neun Jahre einen Menschen und heißt deßhalb Neunmagen.

(B. B.)
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Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 66. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/72&oldid=- (Version vom 31.7.2018)