Seite:Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau.djvu/92

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Jetzt war aber um ihn her alles still und sonnig, wie am schönsten Frühlingsmorgen, und als er die Augen auf den Felsen richtete, war der Grünrock und der gelbe Ring verschwunden und nur eine tiefe Spalte zurückgeblieben, aus der eine so starke Quelle hervorsprudelte, als wenn dreißig Brunnen ihr Wasser zusammen ausgießen würden.

War schon dadurch der Knabe höchst überrascht, so wurde er es noch mehr, als sein Dienstherr, der Bauer, welchen das Gewitter und Ausreißen der Stiere beängstiget hatte, athemlos herbeistürzte, ihm jedoch beim Anblick der Quelle freudetrunken um den Hals fiel und ausrief: „Nun sei der höchste Wunsch des Thales erfüllt!“ Dennoch verwies er auch dem Knaben, der ihm sofort sein Abenteuer mit dem Jäger erzählte, seinen Leichtsinn; da der See im Kandel gewiß ausgebrochen wäre, wenn er den Zug nicht in Gottes Namen angetrieben hätte.

(H. Schr.)


49. Der Wasserfall bei Triberg.

(Freiburger Wochenblatt v. J. 1816.Dieser Wasserfall gehört mit jenem, des Zwerenbachs bei St. Peter und des Ravennabachs beim Gasthause zum Sternen im obern Höllenthale, zu den auszeichnenden Schönheiten des Schwarzwaldes, welche dessen reiche Sagenwelt mit ebenso reichen Naturbildern umfangen.)


Ewig hängend in den Lüften,
Schäumend zwischen Felsenklüften,
Rauschend ohne Ruh’ und Rast;
Stürzt und stürzt und stürzet wieder

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Tribergs Nais silbern nieder,

Grün vom dichten Wald umfaßt.

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 86. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/92&oldid=- (Version vom 31.7.2018)