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Die Waldeshallen grün bedacht,
So wundersam durchrauscht,
Als spielten Geister hier mit Macht
Die Harfen unbelauscht.

25
Die schaurig stillen Seen auch

In ihrem dunkeln Glanz;
Was flüstern sie im Morgenhauch
Beim leichten Wellentanz?
Dort unten an der Berge Hang

30
Die Thäler still und traut,

Im Schlummer noch; kein Glockenklang,
Noch keines Menschen Laut!

Und fern verschwommen das Gefild,
Nur lichter hier und dort;

35
Ein vielgestaltig Nebelbild,

Sich wechselnd immerfort.
Jetzt durch des Morgens Gluthen bricht
Der erste gold’ne Strahl,
Und nun ergießt ein Meer von Licht

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Sich über Berg und Thal.


Da, was mich etwa noch bedrückt
Von Sorgen menschlich klein,
Vergessen ist’s und hochentzückt
Jauchz’ ich in’s Land hinein.

45
Wie bin in deinem Schooß’ ich mir

Der Freuden viel bewußt,
O Schwarzwald, meiner Heimath Zier
Du meines Herzens Lust!

(L. Keller.)
Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 90. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/96&oldid=3302116 (Version vom 31.7.2018)