Seite:Erzählungen von Marie von Ebner-Eschenbach.djvu/354

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An die Rampe gelehnt blickte Paul ihm nach. Ein Diener, der den Besucher an das Hausthor begleitet hatte, kam zurück. „Packe eine leichte Reisetasche,“ befahl sein Herr, „ich fahre heute abend für einige Tage auf das Land.“




Im Laufe des Nachmittags begab Sonnberg sich zu Gräfin Marianne. „Sind Gäste da?“ fragte er an der Thür des ersten Salons den voranschreitenden Kammerdiener. Dieser zog die Hand zurück, die er bereits auf die Klinke gelegt hatte und in bedauerndem Tone, aus dem es trotz aller schuldigen Ehrfurcht deutlich klang –: Dir ist’s nicht recht, wir verstehen uns – sprach er: „Frau Gräfin Erlach, Durchlaucht Eberstein und der Herr Graf Neffe. Haben hier gespeist, werden wohl bald aufbrechen; der Wagen der Frau Gräfin Erlach ist schon vor einer halben Stunde gemeldet worden.“

Paul nickte dem Alten für die Auskunft freundlich dankend zu und trat ein. Die Portièren zwischen dem Saale, in dessen Mitte das Klavier stand und dem kleinen Salon waren zurückgeschlagen. Marianne saß der Gräfin Erlach gegenüber am Kamine, Thekla etwas abseits frei und aufrecht, die Arme leicht gekreuzt. Der junge Graf Eberstein stand neben ihr, zupfte an seinem kleinen Schnurrbart, spielte mit der Uhrkette, warf von Zeit zu Zeit einen Blick in den Spiegel und senkte dann mit bescheidener Zufriedenheit die Augen. Der Fürst hatte seinen Sessel in

Empfohlene Zitierweise:
Marie von Ebner-Eschenbach: Nach dem Tode. In: Erzählungen. Berlin: Gebrüder Paetel, 1893, Seite 348. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Erz%C3%A4hlungen_von_Marie_von_Ebner-Eschenbach.djvu/354&oldid=- (Version vom 31.7.2018)