Seite:Faust I (Goethe) 028.jpg

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Der Herr.
Nun gut, es sey dir überlassen!
Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab,

325
Und führ’ ihn, kannst du ihn erfassen,

Auf deinem Wege mit herab,
Und steh’ beschämt, wenn du bekennen mußt:
Ein guter Mensch, in seinem dunkeln Drange,
Ist sich des rechten Weges wohl bewußt.

Mephistopheles.

330
Schon gut! nur dauert es nicht lange.

Mir ist für meine Wette gar nicht bange.
Wenn ich zu meinem Zweck gelange,
Erlaubt ihr mir Triumph aus voller Brust.
Staub soll er fressen, und mit Lust,

335
Wie meine Muhme, die berühmte Schlange.


Der Herr.
Du darfst auch da nur frey erscheinen;
Ich habe deines gleichen nie gehaßt.
Von allen Geistern die verneinen
Ist mir der Schalk am wenigsten zur Last.

340
Des Menschen Thätigkeit kann allzu leicht erschlaffen,

Er liebt sich bald die unbedingte Ruh;

Empfohlene Zitierweise:
Johann Wolfgang von Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil. Tübingen: Cotta. 1808, Seite 28. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Faust_I_(Goethe)_028.jpg&oldid=2879721 (Version vom 17.8.2016)