Seite:Fliegende Blätter 2.djvu/26

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Gambrinias.
(Fortsetzung.)

V. Gesang.
Wie die Schlacht ward geschlagen.


Fliegende Blätter 2 022 b1.png


145
Als Alles nun gerüstet und wohl gemustert war,

Da zog dem Feind entgegen die kühne Helden-Schaar;
Voran der Held Gambrinus auf einem Fasse Bier,
Daß er in seiner Glorie auch mächtig imponir’,[1]
Von Zinken und von Pfeifen, von Schlachtenruf umschallt,

150
Daß in den Hopfengärten es ringsum wiederhallt.

Und da die kühnen Recken den Feind alsbald ersah’n,
Da huben sie zu dampfen und aufzuschäumen an; –
Von Kampfeslust entglommen, von Feindeshaß berauscht,
Hat da so manches Schlachtschwert die blaue Luft durchrauscht.

155
Und alsobald erhob sich ein Schlachtruf weit und breit.

Wie regt sich da und rühret sich Alles rings zum Streit!
Wie schlugen sich die Recken, die wilden nah und fern,
Mit Kolben und mit Schwertern, mit Speer und Morgenstern!
Voran Herr Bock, der Fiedler, der haut gar muthig d’rein,

160
Und stoßet in die Lenden den edlen Franzenwein.


Fliegende Blätter 2 022 b2.png

  1. In der Vorlage: importier’.
Empfohlene Zitierweise:
Kaspar Braun, Friedrich Schneider (Red.): Fliegende Blätter (Band 2). Braun & Schneider, München 1846, Seite 022. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Fliegende_Bl%C3%A4tter_2.djvu/26&oldid=- (Version vom 12.12.2020)