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     Wer kann die Pracht
Von deinen Wundern fassen?
Ein jeder Staub, den du hast werden lassen,
Verkündigt seines Schöpfers Macht.

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     Der kleinste Halm

Ist deiner Weisheit Spiegel.
Du, Luft und Meer, ihr, Auen, Thal und Hügel,
Ihr seyd sein Loblied und sein Psalm!

     Du tränkst das Land,

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Führst uns auf grüne Weiden;

Und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden
Empfangen wir aus deiner Hand.

     Kein Sperling fällt,
Herr, ohne deinen Willen;

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Sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen,

Daß deine Hand mein Leben hält?

     Ist Gott mein Schutz,
Will Gott mein Retter werden:
So frag ich nichts nach Himmel und nach Erden,

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Und biete selbst der Hölle Trutz.
Empfohlene Zitierweise:
Christian Fürchtegott Gellert: Geistliche Oden und Lieder. Weidmannische Handlung, Leipzig 1757, Seite 80. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geistliche_Oden_und_Lieder-Gellert.djvu/104&oldid=- (Version vom 1.8.2018)