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Du rufst, und er erhört dich schon,

Spricht liebreich: Sey getrost, mein Sohn!
Die Schuld ist dir vergeben.
Du bist in meinen Tod getauft,
Und du wirst dem, der dich erkauft,

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Von ganzem Herzen leben.


     Dein ist das Glück der Seligkeit;
Bewahr es hier im Glauben,
Und laß durch keine Sicherheit
Dir deine Krone rauben.

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Sieh, ich vereine mich mit dir;

Ich bin der Weinstock, bleib an mir:
So wirst du Früchte bringen.
Ich helfe dir, ich stärke dich;
Und durch die Liebe gegen mich

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Wird dir der Sieg gelingen.


     Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot;
Ich will es treu erfüllen,
Und bitte dich, durch deinen Tod,
Um Kraft zu meinem Willen.

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Laß mich von nun an würdig seyn,

Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn,
Und deinen Tod zu preisen.
Laß mich den Ernst der Heiligung
Durch eine wahre Besserung

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Mir und der Welt beweisen!
Empfohlene Zitierweise:
Christian Fürchtegott Gellert: Geistliche Oden und Lieder. Weidmannische Handlung, Leipzig 1757, Seite 90. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geistliche_Oden_und_Lieder-Gellert.djvu/114&oldid=- (Version vom 31.7.2018)