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ANHANG I.
Zur Geschichte des Papierabdrucks.

Von der Erztafel mit dem Decret der Decurionen von Peltuinum aus dem J. 242 (I. N. 6034 = C. I. L. IX 3429) besaß Pighius einen Papierabdruck, welcher das einst in Antonio Augustin’s Besitz befindliche Original, das in Tarragona zu Grunde gegangen ist, ersetzt. Er befindet sich in dem auf der Berliner Bibliothek aufbewahrten Codex des Pighius (fol. 187); die Buchstaben sind zwar mit Tinte nachgezogen, doch ist dies mit Geschick und Verständniss ausgeführt. Augustin selbst scheint die ausführliche Anweisung zu diesem Verfahren gegeben zu haben.

Ueber das Alter der Methode, von Inschriften Papierabdrücke zu nehmen, machte ferner Prof. Gildemeister folgende Mittheilung: „Die wahrscheinlich älteste Erwähnung findet sich um 1631 in den in Millins Magazin encyclopédique für das Jahr 1815 abgedruckten Briefen Peiresc’s an d’Arcos, einen gelehrten Provençalen spanischer Abkunft, der in Tunis zum Islam übergetreten war. D’Arcos hatte die berühmte phönicisch-libysche Inschrift von Thugga entdeckt und erbot sich, den Stein, der sie trug (einen Quader der zweituntersten Lage des Gebäudes), herausnehmen zu lassen und nach Frankreich zu senden. Dies verbat Peiresc, der voraussah, dass es nicht ohne Beschädigung des Ganzen auszuführen sei, mit der Pietät des ächten Gelehrten für ein geschichtliches Denkmal, das selbst vandalische und arabische Zerstörungen überdauert hatte, und weit entfernt von der Rohheit des Engländers Sir Thomas Reade, der in unseren Tagen, bloß um die Inschrift in ein englisches Museum zu schleppen, das solide, in seiner Art einzige, vollständig jetzt nur noch in Catherwood’s Zeichnung (Transactions of the American Ethnolog. Soc. Newyork 1845 Ipl. 9) existierende Mausoleum, dessen Bestande keine Gefahr drohte, in

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Emil Hübner: Über mechanische Copieen von Inschriften. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1881, Seite 18. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:H%C3%BCbner_%C3%9Cber_mechanische_Copieen_von_Inschriften.djvu/22&oldid=- (Version vom 1.8.2018)