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des Antiochus in einen Kampf einließ. Nachdem er noch mit größter Auszeichnung gekämpft und sein Leben gar theuer verkauft hatte, starb er hier den Heldentod. Wenige Tage darauf endete auch sein Bruder Johannes unter den Meuchlerhänden der Parteigänger des Antiochus.


Zweites Capitel.
Die Machabäer Jonathas, Simon und Johannes Hyrkanus.

48 (1.) Auf Judas folgte in der Führerschaft sein Bruder Jonathas, der sich eben so glücklich vor Verrath im Innern zu schützen wusste, wie er nach außen seine Herrschaft durch die Erneuerung des Bündnisses mit den Römern zu kräftigen verstand. Selbst mit dem jungen Antiochus kam ein Vergleich zustande. Trotz all’ dem konnte er seinem Schicksale nicht entgehen! 49 Der Usurpator Tryphon, welcher seine Vormundschaft über den kleinen Antiochus dazu missbrauchte, um dem letzteren nach dem Leben zu streben, und zu diesem Zwecke zunächst dessen Freunde aus dem Wege räumen wollte, ließ den Jonathas, als er eben mit wenigen Begleitern zu Antiochus nach Ptolemais gekommen war, hinterlistigerweise ergreifen und in Ketten legen, um selbst sofort Judäa mit einem Heere zu überfallen. Von Simon, einem Bruder des Jonathas, zurückgetrieben, nahm er in seiner Erbitterung über diese Niederlage dem Jonathas auch noch das Leben.

50 (2.) Simon aber führte die Zügel der Regierung mit fester Hand weiter. Es gelang ihm, die Grenzen des Landes durch die Wegnahme von Gazara, Joppe und Jamnia zu erweitern und auch in Jerusalem selbst die Besatzung der Akra zu überwältigen und die Veste abzutragen. Ja später erscheint er sogar als Bundesgenosse des Antiochus im Kampfe gegen Tryphon, den der syrische König noch vor seinem Feldzug gegen die Meder in der Stadt Dora belagern wollte. 51 Aber trotzdem Simon dem König bei der Aufhebung des Tryphon gute Dienste geleistet hatte, konnte er damit nicht verhindern, dass Antiochus in seiner Unverfrorenheit die habsüchtigen Anschläge auf Judäa fortsetzte. Denn es stand nicht lange an, so sandte Antiochus seinen Feldherrn Kendebäus an der Spitze seiner Kriegsmacht nach Judäa, um das Land zu verwüsten und den Simon zur Unterwerfung zu zwingen. 52 Dieser aber führte, obschon hochbetagt, den Krieg fast mit der Frische eines Jünglings. So ließ er zunächst seine Söhne mit den Kerntruppen vorausmarschieren, um den König an der Front festzuhalten, während er selbst mit einem Theile der Heeresmacht denselben von einer anderen Richtung her zu packen gedachte. 53 Unterstützt

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 22. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/022&oldid=- (Version vom 1.8.2018)