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ergriff darob ein so gewaltiger Schrecken, dass sich in der folgenden Nacht allein 8000 seiner Widersacher über die Grenzen Judäas flüchteten, deren Verbannung erst der Tod Alexanders ein Ziel setzte. Nachdem der König endlich mit so entsetzlichen Mitteln, spät freilich und mit Mühe, dem Reiche wieder Ruhe verschafft hatte, ließ er die Waffen ruhen.

99 (7.) Einen Anlass zu neuen Wirren gab ihm dann Antiochus, Dionysus zubenannt, ein Bruder des Demetrius und der letzte Seleucide. Da dieser sich nämlich anschickte, mit einem Kriegsheere gegen die Araber zu ziehen, so ließ Alexander, der ihm nicht recht traute, den ganzen Abstand zwischen Antipatris am Gebirge und der Meeresküste bei Joppe mit einer tiefen Kluft durchschneiden, vor diesem Graben aber eine hohe Mauer aufführen und hölzerne Thürme darauf zimmern, um auf diese Weise die bequemen Einbruchstellen des Landes dem Syrer zu versperren. 100 Dennoch war er nicht imstande, den Antiochus auch nur aufzuhalten, da derselbe die Thürme einfach in Brand steckte, den Graben auffüllte und mit seinem Heere hinüberdrang. Ohne sich vorderhand mit einem Rachezug gegen Alexander, der ihm das Hindernis gelegt hatte, aufzuhalten, gieng er sofort auf die Araber los. 101 Deren König zog sich zunächst auf ein günstigeres Terrain zurück, lässt dann seine ganze Reiterei, 10.000 an der Zahl, plötzlich Front gegen den Feind machen und stürmt gegen die Scharen des Antiochus, ehe sie noch Zeit gefunden hatten, sich ordentlich aufzustellen. Es entstand ein furchtbares Ringen. Obwohl von den Arabern ein wahres Blutbad unter den Syrern angerichtet wurde, leistete doch die Macht des Antiochus tapferen Widerstand, solange ihr Führer am Leben war. 102 Als er aber im dichtesten Kampfgewühl, in dem er sich stets herumschlug, um auf den bedrohtesten Punkten Hilfe zu bringen, gefallen war, da wich alles zurück und gieng so der größte Theil des Heeres theils am Schlachtfeld, theils auf der Flucht zugrunde. Die übrigen aber, die in das Dorf Kana geflohen waren, hatten das traurige Schicksal, mit wenigen Ausnahmen insgesammt aus Mangel an Lebensmitteln langsam zu verderben.

103 (8.) In der Folge brachten die Damascener aus Hass gegen Ptolemäus, den Sohn des Mennäus, den Aretas, ins Land und stellten ihn zum König von Cölesyrien auf. Als solcher fieng er mit Judäa einen Krieg an und besiegte den Alexander in offener Feldschlacht, trat aber nach geschlossenen Vereinbarungen wieder den Rückzug an. 104 Jetzt nahm sich Alexander Pella und richtete dann seinen Marsch auf Gerasa, weil er neuerdings nach den Schätzen des Theodorus Appetit bekam. Nachdem er mit einer dreifachen Umwallung die Besatzung

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 31. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/031&oldid=- (Version vom 1.8.2018)