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mit Mühe wieder zu sich gekommen war, wollte er von Herodes wissen, wer denn den Malchus habe tödten lassen. 235 Einer der Obersten gab zur Antwort: „Cassius hat es befohlen!“ Da rief Hyrkan: „Cassius ist also mein, sowie meines Vaterlandes Retter, weil er den hinterlistigen Feind beider beseitigt hat.“ Ob freilich Hyrkan das aus voller Ueberzeugung gesagt hat, oder bloß aus Furcht, weil er ja auch an der That selbst nichts mehr ändern konnte, ließ sich nicht abnehmen. Wie dem immer sein mag, dem Malchus hat Herodes auf solche Art ein verdientes Ende bereitet.


Zwölftes Capitel.
Unruhen in Judäa. Herodes und Phasaël vor Antonius. Klagen der Juden.

236 (1.) Kaum war Cassius von Syrien abgezogen, als neuerdings in Jerusalem ein Aufstand losbrach. Ein gewisser Helix hatte sich an der Spitze einer bewaffneten Macht gegen Phasaël erhoben, um die über Malchus verhängte Todesstrafe an Herodes in der Person seines Bruders zu rächen. Herodes, der sich gerade bei dem in Damaskus stehenden römischen Feldherrn Fabius aufhielt, wollte ihm sofort zu Hilfe kommen, wurde aber durch eine Krankheit ans Bett gefesselt. 237 Währenddessen war aber Phasaël ganz allein mit Helix fertig geworden, nicht ohne dem Hyrkan schwere Vorwürfe wegen seiner Undankbarkeit machen zu müssen, da er nicht bloß dem Helix Vorschub geleistet, sondern auch dem Bruder des Malchus durch seine Unthätigkeit die Festungen in die Hände gespielt hatte. Denn es waren schon viele in seine Gewalt gerathen, darunter sogar die allerstärkste Veste, Masada.

238 (2.) Das alles aber bot ihm keine dauernde Stütze gegen den Ansturm des Herodes, der, von seiner Krankheit hergestellt, alle Festungen wieder gewann und ihm nur auf seine demüthige Bitte freien Abzug von Masada bewilligte. Auch aus Galiläa verjagte er den Beherrscher von Tyrus, namens Marion, der sich bereits in den Besitz von drei starken Plätzen gesetzt hatte. Die dabei gefangenen Tyrier schonte Herodes ohne Ausnahme, ja einige sandte er sogar mit Geschenken betheilt nach Tyrus zurück, was von Seite der Stadt ihm selbst Wohlwollen, dem Herrscher aber nur neuen Hass eintrug. 239 Allerdings war Marion mit diesem Fürstenthum gerade von Cassius ausgezeichnet worden, der überhaupt ganz Syrien mit solchen kleineren Fürstenthümern bedeckte: aber schon aus persönlichem Hass gegen Herodes unterstützte er die Restauration des Antigonus, des Sohnes des Aristobulus, hauptsächlich jedoch aus Rücksicht für Fabius, welchen

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Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 55. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/055&oldid=- (Version vom 1.8.2018)