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und Phasaël bereits todt war, so war auch die liebevolle Bemühung des Herodes um seinen Bruder ganz umsonst. Indes fand Herodes auch bei den Arabern keine probehaltige Freundschaft mehr. 276 Denn ihr König Malchus schickte noch vor seinem Eintreffen den Befehl an ihn, in aller Eile das Land wieder zu verlassen, wofür er sich schlauerweise auf die Parther berief, die ihn angeblich in aller Form aufgefordert haben sollten, Herodes aus Arabien fortzuschaffen: der wahre Grund aber für dieses Benehmen war seine Absicht, das von Antipater ausgeliehene Geld zu behalten und sich auf keine Weise erbitten zu lassen, für die Spenden des Antipater seinen jetzt in größter Noth befindlichen Kindern einen Ersatz zu leisten. Zu dieser Unverschämtheit riethen ihm auch andere, die genau so, wie er, den Wunsch hatten, verschiedene von Antipater ihnen anvertraute Summen für immer einzusacken, und das waren gerade die einflussreichsten Personen seiner Umgebung.

277 (2.) So fand denn also Herodes die Araber gerade wegen solcher Dinge ihm feindlich gesinnt, derentwegen er bei ihnen die freundschaftlichste Aufnahme zu finden gehofft hatte. Er gab daher den Boten eine Antwort, wie sie ihm eben nur die schmerzlichste Ueberraschung auf die Zunge legen konnte, und kehrte zurück, um sich nach Aegypten zu wenden. Die erste Nacht brachte er in einem Tempelgebäude des Landes zu, wo er die einstweilen zurückgelassenen Begleiter wieder traf. Am folgenden Tage erreichte er Rhinokorura, wo ihm die erste Nachricht von dem unglücklichen Ende seines Bruders zukam. 278 Von neuem Schmerze niedergedrückt, wenn auch in gleichem Maße der Sorgen enthoben, die er bis nun um den Bruder gehabt hatte, reiste Herodes einfach weiter. Jetzt schickte freilich auch der Araber, den es, allerdings zu spät, wieder gereut hatte, schleunig dem so schmählich behandelten Flüchtling Boten nach, um ihn zurückzurufen. Aber Herodes war ihnen schon zu weit voraus und bereits in Pelusium eingetroffen. Da er hier auf den im Hafen ankernden Schiffen keine Gelegenheit zur Ueberfahrt nach Alexandrien bekommen konnte, wandte er sich an die Obrigkeit, und diese ließ ihn aus Achtung vor seinem Rufe und seiner Würde nach Alexandrien befördern. 279 In dieser Stadt angelangt, fand er bei der Kleopatra eine höchst ehrenvolle Aufnahme, weil sie für ihre nächsten kriegerischen Unternehmungen einen tüchtigen Feldherrn an ihm zu bekommen hoffte. Herodes lehnte aber die wiederholten Anerbieten der Königin entschieden ab und fuhr, ohne im geringsten die Strenge des Winters oder die Wirren in Italien zu scheuen, über das Meer nach Rom.

280 (3.) Auf der Höhe von Pamphylien kam er in einen gefährlichen Sturm und konnte sich nur mit genauer Noth dadurch, dass er den

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 63. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/063&oldid=- (Version vom 1.8.2018)