Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/231

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zur Anzeige brachte, auch gelang. Darauf ließ er diese Personen durch Herolde öffentlich verwarnen, dass er, falls sie nicht innerhalb fünf Tagen Johannes den Rücken kehren sollten, ihre Habe der Plünderung, ihre Häuser aber sammt ihren Familien den Flammen preisgeben werde. 625 Durch diese Maßregel entriss er dem Johannes mit einem Schlage 3000 Parteigänger, die sich bei ihm persönlich einfanden und ihre Waffen ihm zu Füßen legten. Mit dem Rest von beiläufig 2000 Mann, bestehend aus den syrischen Flüchtlingen, zog sich Johannes vom Schauplatz seiner öffentlichen Umtriebe wieder zurück, um dafür seine geheimen Machinationen aufzunehmen. 626 Er schickte nämlich Emissäre nach Jerusalem, um gegen die steigende Macht des Josephus Argwohn zu erregen, und ließ dort sagen, Josephus werde in nicht allzulanger Zeit als Herrscher in die Hauptstadt einziehen, wenn man ihn nicht früher dingfest mache. 627 Die eigentliche Bürgerschaft hatte solche Anklagen schon vorausgesehen und gab ihnen gar kein Gehör. Nicht so die Männer von Einfluss, darunter auch einige von der Regierung, welche aus Eifersucht an Johannes heimlich Gelder zur Anwerbung von Söldnern sandten, damit er es mit Josephus wieder aufnehmen könnte. Gleichzeitig ward in ihrem Kreise der Beschluss gefasst, Josephus auch vom Commando abzuberufen. 628 Da sie indes annehmen konnten, dass das bloße Decret schwerlich seinen vollen Zweck erreichen werde, so ließen sie vier der erlauchtesten Persönlichkeiten, Joaesdros, Sohn des Nomikus, Ananias Sadduki, Simon und Judas, die Söhne des Jonathas, lauter äußerst redegewandte Männer an der Spitze von 2500 Bewaffneten nach Galiläa abgehen, um die Anhänglichkeit des Volkes an Josephus zu erschüttern. Würde Josephus freiwillig vor ihnen erscheinen, so sollten sie seine Rechenschaft nur entgegennehmen, sollte er aber mit Gewalt sein Bleiben ertrotzen wollen, dürften sie ihn ohneweiteres als Feind behandeln. 629 Josephus war nun allerdings durch seine Freunde vom Herannahen eines Heeres schriftlich in Kenntnis gesetzt worden, hatte sich aber dennoch nicht vorgesehen, da ihm die Briefe wegen des tiefen Geheimnisses, mit dem die Gegner ihre Beschlüsse umgeben hatten, über den eigentlichen Grund der Expedition noch nichts hatten mittheilen können. So kam es, dass den Gegnern gleich bei ihrem ersten Erscheinen die vier Städte: Sepphoris, Gamala, Gischala und Tiberias zufielen. 630 Doch schnell gelang es ihm, nicht bloß diese Städte ohne Anwendung von Waffengewalt wieder für sich zu gewinnen, sondern sogar der vier Häupter, wie auch der hervorragendsten Personen im Heere mittels eines schlauen Handstreiches sich zu versichern, worauf er sie nach Jerusalem zurückbringen ließ. 631 Das Volk ward bei ihrem Anblick von einer so außerordentlichen

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Jüdischer Krieg. Linz: Quirin Haslingers Verlag, 1901, Seite 231. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:JosephusBellumGermanKohout.djvu/231&oldid=3333392 (Version vom 1.8.2018)