Seite:Keyserling Wellen.pdf/253

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„Ich danke Ihnen,“ sagte Doralice leise, „aber ich kann jetzt von hier nicht fort.“

„Freilich, freilich,“ sagte Knospelius heiter, „wir haben Zeit, wir haben hier gelernt, Zeit zu haben, wir warten, wir warten ruhig ab, bis das Meer uns frei gibt.“ –

So kam es denn, daß, als der Oktoberwind die gelben Birkenblätter von der Zibbelhöhe auf das Meer hinaustrieb und das blassere Gold der Oktobersonne über den Wellen lag, das wunderliche Paar noch immer Tag für Tag am Strande entlang ging, die schöne, bleiche Frau mit den wehenden Trauerschleiern und der kleine, verbogene Herr im langen grauen Paletot, gefolgt von seinem Hühnerhunde, der mißmutig und gelangweilt auf das Meer hinausgähnte. Sie warteten alle drei darauf, daß das Meer sie freigäbe.

Ende
Empfohlene Zitierweise:
Eduard von Keyserling: Wellen. S. Fischer, Berlin 1920, Seite 253. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Keyserling_Wellen.pdf/253&oldid=- (Version vom 1.8.2018)