Seite:Knortz-Ein amerikanischer Diogenes (Henry D.Thoreau).djvu/32

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Doch auch Deutschland scheint neuerdings in Christian Wagner, einem einfachen Bauersmann in Warmbronn, einen Geistesverwandten Thoreau’s zu besitzen. Jedes Ding in Feld und Wald erinnert ihn grüßend an die längst verschwundene Zeit, da er noch als Theil des Blätterschmuckes zitterte. Auch ihm, dem stark zur Melancholie geneigten Dichter, ist die Natur die einzige Freistätte der Armen und Verlassenen. Jedem wünscht er Frieden, nur dem Menschen mit gemeiner, käuflicher Gesinnung nicht. Kein lebendes Wesen will er zerstören, sondern sein Dasein angenehmer gestalten. Freude an der Existenz ist der Zweck derselben. Nicht in dumpfen Kellerräumen, sondern nur in freier Luft singt der Vogel.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Knortz: Ein amerikanischer Diogenes (Henry D. Thoreau). Verlagsanstalt und Druckerei A.-G., Hamburg 1899, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Knortz-Ein_amerikanischer_Diogenes_(Henry_D.Thoreau).djvu/32&oldid=- (Version vom 1.8.2018)