Seite:Kurze Nachricht von der Kirche Unitas Fratrum.djvu/39

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gesungen worden,

Siehe Vorstellung. Nu. III.

wird dem Kinde, das einer von den Paten über der Taufe hält, das Wasser aus einer Schale dreymal reichlich aufs Herz gegossen und es also getauft in JEsu Tod, in dem Namen des Vaters, des Sohnes und des Heil. Geistes. Alsdenn legen ihm einige Gemein-Arbeiter die Hände auf das Haupt, welches auch von den Paten geschieht, wenn die Eltern welche dazu erwehlt haben.

S. Vorst. Nu. IV. Der Erwachsenen und der Heiden.

Der Exorcismus, den man bey den Kindern nicht braucht, es sey denn, daß es jemand so haben wolte, wird bey erwachsenen Täuflingen vor ordinär, und bey den Heiden allemal, gebraucht.

S. Vorst. Nu. V. und VI.

Alsdenn werden sie zwar unter eben den Worten, wie die Kinder, getauft, aber auf den Knien mit dem Tauf-Wasser dreymal übers Haupt ganz überströmt. Nach empfangenem Kirchen-Segen prosterniren sie sich vor dem Bundes-GOTT, ihm vor die empfangene Gnade zu danken, werden sodann von etlichen Gemein-Arbeitern oder ihren Paten, und unter den Heiden von Arbeitern aus ihrer Nation, aufgehoben, und nach dem Friedens-Kuß in ein Zimmer zur Ruhe begleitet.


Solche Neger, die schon in ihrer Kindheit, etwa von Catholischen Missionariis, getauft sind, werden, wenn sie um die Pflege der Brüder bitten, in die gemeine aufgenommen. Welche Eltern noch nicht getauft sind und von deren Kinder-Erziehung man sich nichts versprechen kan, deren Kinder werden gleich nach der Geburt von den Brüdern nicht getauft, sondern auf der Eltern Verlangen in einem Gebet gesegnet. Und ein Kind, das in seiner zartesten Unschuld nicht getauft worden, wird von den Brüdern nicht eher dieses Sacraments theilhaftig gemacht, als bis es, nebst der erforderlichen innern Fähigkeit, auch zum reifen Gebrauch seines Verstandes gekommen ist. Sie halten es aber, nach genugsamer Unterricht und Privat-Prüfung ihrer Herzens-Stellung, vor unnöthig und