Seite:Kurze Topographie und Geschichte der Kreis-Stadt Rothenburg.djvu/55

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schon für deren religiöses Bedürfnis durch Erbauung einer Kapelle, und die Anstellung eines Priesters, der sich zugleich der Bekehrung der benachbarten heidnischen Sorben unterzogen haben mag, gesorgt worden ist. Ist die Burg noch vor dem Jahre 1000 nach Christi Geburt erbaut, so ist die Erbauung eines Gotteshauses in oder bei derselben in nicht viel spätere Zeit zu setzen. Nach dem großen Brande 1798 fand man beim Wegräumen des Schuttes im Grunde der Kirche einen großen Stein mit erhabenem Kreuze, und auf dem einen Arme desselben drei neben einander stehende Striche. Vielleicht bedeuten diese ein m., und dieses die Jahreszahl 1000, so daß dieser Stein der Grundstein der ältesten Kirche wäre. Man hat ihn in der jetzigen Kirche hinter den Sitzen der Kirchväter eingemauert. Jedenfalls ist in Rothenburg sehr früh eine Kirche gewesen, wie aus ihrem weit ausgedehnten Sprengel hervorgeht. Gewiß ist es, daß schon im Jahre 1313 eine Kirche dort war; denn diese Zahl las man auf einem Steine an dem alten Thurme. Im Jahre 1346 stand sie unter dem Erzpriester zu Görlitz, und dem Bischofe zu Meißen.

Welchem Heiligen die Kirche in katholischer Zeit gewidmet war, ist nicht bekannt. Sie hatte aber mehrere Altäre, wie einen Altar des heiligen Leichnams Christi, der in der Stiftungsurkunde des Diaconats 1564, und einen Altar der Jungfrau Maria, der 1538 in einem Vergleiche erwähnt wird.

Die alte Kirche war massiv, gewölbt und fest gebaut, und mochte aus dem 13ten oder 14ten Jahrhundert sein. Im Innern war sie durch Logen und Emporkirchen sehr