Seite:Kurze Topographie und Geschichte der Kreis-Stadt Rothenburg.djvu/59

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Zwei Kirchhöfe, einer, auf dem die Kirche liegt, und ein zweiter vor dem Görlitzer Thore, mit einer 1778 erbauten Begräbnißkirche, dienen zur Beerdigung der Gestorbenen.

Ein Pest-Kirchhof lag vor der Stadt, links, am Wege nach den Dunkelhäusern.

Es ist nicht bekannt, in welchem Jahre die Reformation in Rothenburg Eingang gefunden, und wer sich um die Einführung derselben verdient gemacht hat; doch ist wahrscheinlich, daß von Görlitz aus, wo sie 1525 siegte, ihre Grundsätze auch in Rothenburg sich verbreiteren, und daß die Familie von Nostitz, welche damals Stadt und Schloß besaß, der sogenannten neuen Lehre anhing. Es wurden nun hier, wie überall, die zahlreichen Ceremonien, Messen, Wallfahrten, Umgänge u. dgl. abgeschafft, die Heiligenbilder von den Altären genommen, und diese ihrer wahren Bestimmung zurückgegeben; die Bibel öffnete Allen die Augen, und die Predigt daraus, welche wohl zuerst nur die Mißbräuche der katholischen Kirche angriff und aufdeckte, mochte vollends dem Volke den alten Irrglauben nehmen, und es auf das reine Evangelium zurückführen.

Die Parochie Rothenburg ist sehr groß. Zu ihr gehört die Stadt Rothenburg, Nieder-Neundorf, Geheege, Biehain, Kaltwasser, Uhsmannsdorf, Spreehammer, Spree mit Spreeaufwurf, Steinbach, Zoblitz, Lodenau, Neusorge, Bremenhain, Noes mit den Dunkelhäusern, und Tormersdorf, mit einer Bevölkerung von ungefähr 6000 Seelen. – Es machte sich daher bald nach der Reformation nöthig, einen zweiten Geistlichen anzustellen, und so wurde 1564 am 5ten Mai von den Gebrüdern und Vettern von Nostitz, und Heinrich