Seite:Loehr Buch der Maehrchen 2.pdf/92

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Die aber kaufte sich der Fuchs auch, und fraß sie mit seiner Frau und seinen Kinderchen; aber den Däumerling hatte er nicht gefreßen.

Und das war sehr hübsch!


11. Das kluge Schneiderlein.

In der alten Zeit war einmal eine Prinzeßin, die war recht hochmüthig auf ihre Schönheit und auf das Land, welches sie regierte, nachdem ihre Aeltern gestorben waren. Kamen nun aus andern Ländern große Fürsten und Herrn, die sie freien wollten, so gab sie ihnen solche scharf und tiefsinnige Dinge zu errathen auf, die Keiner errathen konnte, wie klug ers auch anfing. Der Eine sollte ihr ansagen, wie viel Eier ihre Henne in diesem Jahre gelegt hätte? der Andere, wie vielmal sie vorgestern geniest hätte? der Dritte, wohin sie ihre Perlen verschloßen hätte? So scharf waren die Fragen.

Wenn nun die Freier solche gewaltig witzige Aufgaben nicht zu lösen vermochten, ließ sie dieselben mit Schimpf und Hohngelächter vom Hofe jagen. Die ärgerten sich dann mächtig und wünschten, daß sie einmal einen Schneider bekommen möchte der eben so witzig sei, als sie; und das geschahe auch.

„Die ärgern sich, sagte die Prinzeßin, weil mir Keiner von ihnen klug genug ist;“ und am ganzen Hofe gaben sie ihr Recht. Sie aber, um die Freier noch mehr zu ärgern, ließ bekannt machen: