Seite:Ramdohr-Venus Urania-Band 3.1.djvu/10

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Gegenstand meiner bisherigen Untersuchung näher kennen zu lernen, und den Gang zu verfolgen, den die Bemühungen der Menschen von jeher genommen haben, dasjenige was sie Liebe nannten, zu veredeln und zu verschönern. Die Entwickelung ihrer Denkungsart, nach Verschiedenheit der Völker, der Stände, und der Kultur über den Zug, der beyde Geschlechter zu engeren Verbindungen einladet; die Darstellung des Einflusses den diese Denkungsart auf das häusliche, gesellige und öffentliche Leben, so wie auf das Gebiet der schönen Künste gehabt hat; endlich die Prüfung, in wie fern diejenigen Geschlechtsverhältnisse, welche nach ihren Begriffen auf edlerer und schönerer Liebe beruhten, ihrem Wesen und ihrer Form nach dahin zu rechnen sind; – Alles dieß müßte meiner Einsicht nach ein für Menschenkenntniß und Bildung des Geschmacks höchst interessantes Werk abgeben.

Ich fühle mich unfähig eine solche Geschichte der Liebe und Geschlechtsverbindungen in ihrer ganzen Vollständigkeit zu liefern. Aber ich