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Mutterhausdiakonie


 Unser Diakonissentum soll sich als eigenstes Gewächs unserer lieben lutherischen Kirche ausgestalten. Damit hängt aber aufs innigste zusammen, daß wir Schwestern alle wahrhaftige, lebendige Glieder unserer Kirche sind, die das Kleinod der Reformation hochhalten und an sich erfahren haben, was es um die Schrecken der Sünde und um den Frieden der Vergebung ist.


 Das Ziel aller Lebensführungen ist das eine, daß wir lernen, was Gnade ist. Das ist die Aufgabe jedes Christen, aber eine Aufgabe von Diakonissen ganz besonders, denn wir wollen Dienerinnen, Arbeiterinnen Jesu sein. Nur wenn wir gelernt haben, umsonst zu empfangen, können wir umsonst geben und recht dienen. Damit wir zu mehr innerer Kraft kommen, müssen wir die Lehre von der Rechtfertigung aus Gnaden immer mehr und tiefer erfassen.


 Haben wir wirklich Frieden gefunden mit Gott, so wird uns die Dankbarkeit treiben, in einem heiligen Leben und guten Werken die Frucht dieses Friedens zu schaffen. Der Dank muß uns treiben, auch andern zu sagen, wo das Geheimnis des Glückes liegt. Aber das sollen wir in aller Stille tun, und der Herr wird auf das absichtslose, unbewußte Werben Seinen Segen legen.


 Wir Schwestern sind nicht etwas Besonderes, sondern wir sind nur arme Sünder; aber unser Beruf ist doch etwas Besonderes, den sollen wir hochhalten.


Empfohlene Zitierweise:
Therese Stählin: So wir im Lichte wandeln. Verlag der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1959, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Therese_St%C3%A4hlin_-_So_wir_im_Lichte_wandeln.pdf/30&oldid=2895438 (Version vom 22.8.2016)