Seite:Thomas Lirer Schwäbische Chronik.djvu/45

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Darnach macht der herr vom Heiligen berg ain kastel bei aim schön prunen der wiel dreier elpogen hoch auff von der erden. das ward in neün monaten gebawen von dem gemainen volck vmb das brot. dann ain sack mit korn den ain yeglicher ring truog galt gern drei marck pfennig. Do nun das kastel gebawen ward do nant er es Walsee. vnd gab es seinem sun Alban. vnd nant yn ain herren von Walsee. da bawet der herr von Kelmüntz ain stat hieß Meming. darumb das sich manig mensch do erneret. das sunst grossen hunger muost haben gehebt. oder gar hungers sterben. Nun het er gar vil korns vnd bawet sunst noch ain kastel hieß Babenhausen. do was ain herr in Schwaben der het sein wonung zuo Dillingen der het deß von Kelmüntz tochter zuo aim weib. vnd was sunst kainer von Kelmüntz mer. darumb so erbt er yn. Nun dingt er seim sweher ain schreiber vnd bestalt yn das er yn ertöten solt. darumb gehieß er ym. xx. marck silbers. Vnd auff ain tag an dem abent do gieng der herr auff dem berg bei dem schloß spatzirn do stieß yn der schreiber úberab vnd vil ertrichs mit ym. als ob es sunst mit ym hinab wär gefallen. vnd schrir gar laut. O we meines lieben herren. Da das die fraw vnd die andern in der vesten erhörten die schrirent vnd luffent heraus zuo ym. do kund er nit mer reden. vnd starb von stundan. Do kam sein tochterman der herr von Dillingen. vnd tet als ob es ym vast laid wär. vnd nam das guot. land vnd leüt ein. Da kam herr Jacob von Aißlingen seiner schwester sun vnd herr Peter von Wolffsreüt auch seiner swester sun die mainten auch erben zuosein. das mocht yn dannocht nit gon. vnd wurdent vnainß. Do er nun dem schreiber sein verdient vnd verhaissen gelt solt geben do

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Thomas Lirer: Schwäbische Chronik. Ulm: Konrad Dinckmut, 1486, Blatt 22r. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Thomas_Lirer_Schw%C3%A4bische_Chronik.djvu/45&oldid=3395805 (Version vom 1.8.2018)