Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/126

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der Morgen, als schon der Jägerruf uns weckte. So schnell als möglich ging es nun zum See, der ein paar hundert Schritte von unserm Nachtlager entfernt war. Die Sonne stieg eben am Horizont herauf und vergoldete die spiegelglatte Wasserfläche, die ausgebreitet zu unsern Füßen lag. Hin und wieder erhoben sich darin kleine Wälder von Rohrgewächsen. Gegen vierzig sogenannte Blockböte mit ihren Führern erwarteten uns. Diese Fahrzeuge sind aus hohlen Baumstämmen gezimmert, und wer darin nicht zu stehen gewohnt ist, verliert leicht das Gleichgewicht und schlägt über, oder wirft gar mit dem Boot um. Doch zwey solche an einander befestigte Boote sind um desto sicherer, und deshalb hatte man auch dafür gesorgt. So waren wir bald zur Abfahrt bereit. Fünf und zwanzig Böte ungefähr waren allein von den Treibern besetzt, die übrigen nahmen die Jäger mit ihren Gewehren ein. Der See ist über eine Meile lang und eine halbe Meile breit, und an den meisten Stellen nur zwey bis drey Fuß tief, hat aber morastigen Grund. Größere und kleinere

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 115. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/126&oldid=- (Version vom 3.3.2019)