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Groß-Wormsahten und Alschhoff



Hier will ich das Gemälde einiger Gegenden meines Vaterlandes beginnen; hier! wo mein Leben begann, wo der Rosenschimmer der Kindheit noch aus der Ferne her, wie eine lichte vorübergezogene Wolke, die Gegenstände umleuchtet; die ich erblicke; hier! wo ich in jedem Baume einen Jugendgespielen zu finden glaube, und wo jede Blume; die hier die gesegnete Erde trägt, mir eine Tochter derer zu seyn scheint, welche einst die nun schon verweste Hand geliebter Eltern im Kranze um meine Schläfe wand. Träume jener süßen Zeit schweben mir aus den Gebüschen entgegen und wiegen sich auf den Wellen des Bachs, – ach! sie machten mich einst so selig und nur das Erwachen ist traurig, ist wie eine entschwundene Rosenzeit, wo die verwelkten Blätter, die nun auf dem Boden zerstreut liegen; mehr das

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/14&oldid=- (Version vom 9.3.2019)