Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/171

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Sprache geschriebenen Beschreibung, von Liv- und Kurland, welche im Jahr 1698 in einer französischen Übersetzung zu Utrecht erschienen ist, erzählt, daß der dänische König Woldemar diese Gegenden im Jahr 1219 erobert, und damals beschlossen habe, an dem Ort eine Stadt und ein Bisthum zu gründen, wo er den ersten Knaben finden würde. Im Altdänischen aber heiße ein Knabe Pilten, und so habe, weil er hier einen, Knaben erblickt, die Stadt ihren Namen erhalten. Im Grunde ein übles Prognostikon für eine Stadt, wie auch hier die Erfahrung lehrt. Der Pilten ist noch immer nicht zum Manne erwachsen, sondern hat sich klein erhalten, ob er gleich zum Wachsthum bald 600 Jahre Zeit hatte,

Die Stadt liegt in einer weiten Ebene, in der man nirgends einen merklichen Hügel erblickt, an einem verlassenen Bette der Windau, die ehemals hier vorbeigeströmt, jezt aber einen andern Lauf, ungefähr eine Viertelmeile von der Stadt, genommen hat, Nur im Frühjahr und Herbst, bey starken Überschwemmungen, legt sie sich in ihr ehemaliges

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 160. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/171&oldid=- (Version vom 17.3.2019)