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des königlichen Schreibens, und überfielen das zahlreiche Heer des Kardinals unter dem General Pekoslavsky. „Und,“ sagt hierbey der Doktor Laurentius Müller in seinen septentrionalischen Historien S. 75. „Und haben die Piltener dermaßen dem Feinde zugesetzt, daß der Pekoslavsky, der auch durch den polnischen Telian geschossen worden, selbst bekennen mußte, dafs sie gute Leute wären, und so sie damals so viel Raths bey sich, als Herzens gehabt, so war der Polen keiner davon kommen, derhalben kurz hernach der Oberste mit seinem Volke wieder aufgebrochen und abgezogen.“

Durch diesen Krieg hatte die Stadt Pilten, die sich kaum vom Brande zu erholen angefangen, abermals viel gelitten, so wie auch das Schloß selbst, das nun allmälig zu verfallen anfing, bis endlich, wie schon erzählt worden, vor ungefähr 60 Jahren der letzte bewohnbare Flügel einstürzte.

Die Kirche in Pilten ist geräumig und heil. Sie wurde erst vor 70 Jahren neu erbaut. In den ältesten Zeiten stand Kirche und Pastorat, anderthalb Meilen von hier,

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 170. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/181&oldid=- (Version vom 17.3.2019)