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Indessen gewiß ist es, daß ihre Rechte nicht mehr so unbeschränkt, als ehemals sind. — Die Geschichte ihrer Entstehung wird auf verschiedene Weise erzählt, weil es keine Urkunden hierüber giebt, und Traditionen oder Muthmaßungen die Stelle vertreten. — Einige behaupten, daß diese Bauern die Verräther ihrer Brüder gewesen, und daher besondere Vorrechte errungen; andere, daß ihre Belehnung, und das ertheilte neue Wappen nur eine Posse der Kreuzherren gewesen sey[1]. Doch glaube ich diesen Muthmaßungen mit Grund widersprechen zu dürfen. Ich gründe meine Meinung auf Nachrichten, welche der jetzige Prediger zu Lippaicken (wohin die Freybauern eingepfarrt sind) Herr Bergesonn mit vieler Sorgfalt gesammelt — auch auf die, welche ein ehemaliger Prediger daselbst, Namens Heinsius, hinterlassen. Der Stammvater dieser Freybauern hieß Gigal oder Kikal, und war einer der lettischen Wannems oder Heerführer, welche von mehreren

Geschichtschreibern Könige der Letten

  1. Küttners Curonia, Seite 118.
Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 304. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/315&oldid=- (Version vom 21.4.2019)