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mit einer Menge von geschorenen Hecken, aus denen einzelne, in allerhand Formen gezwängte, Bäume hervorragten, gesehen zu haben. Von diesen sind noch manche vorhanden, die als Wendeltreppen, Pyramiden, Kugeln, Pfauenschwänze, Säulen etc. prangen. Auch gab es hier Wasserkünste, die einen schönen Effekt machten. Eine wasserströmende Fortuna drehte sich um sich selbst herum — was eigentlich jede Glücksgöttin thut. Das Wasser, welches sie indessen ausströmte, sammelte sich, und wenn man in eine tiefer liegende Grotte trat, so bedurfte es nur des Druckes an einer verborgenen Feder — und von allen Seiten ward man von Wassergüssen empfangen, die zwischen der Muschelbekleidung der Grotte hervordrangen. So geht es auch im gewöhnlichen Menschenleben, daß, indem die wasserströmende Fortuna sich oben auf der Höhe dreht und mit dem Elemente spielt, dies tiefer unten den Leuten zur Plage wird. — Sonst gab es in diesem Garten auch Lauben, in Form kleiner Häuser, deren Fußboden ein eiserner Rost war, auf welchem man über

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 51. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/62&oldid=- (Version vom 9.9.2019)