Spinne nicht im Mondschein!

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Textdaten
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Autor: Unbekannt
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Titel: Spinne nicht im Mondschein!
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 635
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons, Google
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Spinne nicht im Mondschein!

Zu Gamburg saß eines Abends eine Frau in der Stube allein und spann, ohne anderes Licht als den Mondschein. Da trat ein weißes Männlein herein, legte eine Menge Spulen hin und sagte: „Diese Spulen mußt du, bis ich in einer Stunde wiederkomme, alle umsponnen haben, sonst drehe ich dir den Hals um!“ – Hierauf ging es fort; die Frau, in größter Angst, wußte sich lange nicht zu helfen, endlich aber fiel ihr doch ein Rettungsmittel ein. Sie umspann jede Spule einmal, womit sie bis zu des Männleins Rückkunft fertig wurde. Als dieses die Spulen in Augenschein nahm, sprach es: „Das hat dir Gott angerathen, daß du es so gemacht hast! Es hätte dir sonst den Hals gekostet!“ Hierauf nahm es dieselben und entfernte sich. Von der Zeit an hat die Frau nie wieder im Mondschein spinnen mögen.

(Siehe Mone’s „Anzeiger“ Jahrg. 1839.)