Sponsel Grünes Gewölbe Band 2/Tafel 12

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Tafel 11 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 2 (1928) von Jean Louis Sponsel
Tafel 12
Tafel 13
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TAFEL 12
DREI POKALE MIT BECHERFÖRMIGEM GEFÄSS
1 u. 2. ARBEITEN VON ABRAHAM TITTECKE,
GESCHWORENEM IN NÜRNBERG 1619
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3. DEUTSCHE ARBEIT
VOM ANFANG DES 17. JAHRHUNDERTS
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Sponsel Grünes Gewölbe Band 2 Tafel 12.jpg

[174] Links: Hoher Deckelpokal mit zylindrischem Körper aus vergoldetem Silber. Der Deckel, nicht zugehörig, ist zu klein, sein Rand steht nicht, wie um diese Zeit immer, über den Becherrand hinaus. Die Vase des Schaftes ist ähnlich profiliert, wie an dem mittleren größeren Pokal desselben Meisters. Der Wulst des Sockels auch weniger hochgewölbt. Auf dem Deckel die Marke HZ, auf dem Rand des Sockels die Marke R 3171 des Nürnberger Meisters Abraham Tittecke, Geschworener 1619. (H. 45 – IV. 153.)


Rechts: Hoher Deckelpokal mit zylindrischem Körper von gleichem Aufbau und gleicher Ausstattung und Treibarbeit wie IV. 121 und 123, nur kleiner. Dort auf dem Rande des Deckels und des Sockels die Marke HZ, nicht bei R. Der Sockel des Pokals ist niedriger und schmaler, die Vase des Schaftes ohne Einschnürung und schmaler. Deutsch, 17. Jhdt. (H. 43 – IV. 151.)


In der Mitte: Hoher getriebener silbervergoldeter Pokal mit Deckel mit zylindrischem nach oben etwas ausgeschweiften Körper auf hohem Fuß, der Knauf eine Vase mit drei Bügeln und drei Masken. Der Sockel, mit Rollwerk, Früchten und Blumen getrieben, hat eine glatte Hohlkehle über flachgewölbtem runden Fuß, darauf einen hohen Wulst, der mit einem zylindrischen schmalen Tragglied abschließt. Die Trennung des Sockels von dem Schaft ist durch den ausladenden Fuß der Vase schärfer betont. Die Verzierung des durch eine Hohlkehle in zwei Zonen gegliederten birnenförmigen Vasenkörpers übersteigt mit ihren Masken und Buckeln nicht die Grenzen des Reliefs. Die den Hals umspielenden drei Bügel berühren ein schmales zylindrisches Tragglied des Bechers. Das Gefäß hat zwischen gleichartigem Ornament drei hochovale Felder mit Landschaft, darin je ein Tier. Auf dem Deckel ein Knopf mit drei Bügeln, darauf ein Ritter mit Schild und Hellebarde. Im Deckel und auf dem Rande des Sockels die Meistermarke R 3170 von Abraham Tittecke, in Nürnberg, Geschworener 1619. – Das ganz gleiche Gegenstück dazu IV, 123 hat einen zu kleinen nicht zugehörigen vom selben Meister für einen kleineren Pokal gefertigten Deckel. (H. 61 u. 57 – IV. 121.)