Sponsel Grünes Gewölbe Band 2/Tafel 17

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Tafel 16 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 2 (1928) von Jean Louis Sponsel
Tafel 17
Tafel 18
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TAFEL 17
1. POKAL DER DRESDNER GOLDSCHMIEDE-INNUNG
IN GLATTER AGELEYPORM VOM ANFANG DES
17. JAHRHUNDERTS
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2. POKAL MIT KUGELIGEM GEFÄSS AUS ROTEM JASPIS,
DEUTSCHE ARBEIT VOM ENDE DES 16. JAHRHUNDERTS
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Sponsel Grünes Gewölbe Band 2 Tafel 17a.jpg
     
Sponsel Grünes Gewölbe Band 2 Tafel 17b.jpg

[184] Links: Pokal der Dresdner Goldschmiede-Innung aus weißem Silber, innen vergoldet. Das Gefäß nähert sich der Form des Ageleypokals, hat aber eine stärkere Einschnürung und ganz glatte unverzierte Buckelung. Eine besondere Formerweiterung bilden die aus der unteren Buckelreihe des Gefäßes herausgewachsenen nach unten zusammengerollten Dorne, die vermutlich dazu bestimmt waren, daran Medaillen aufzuhängen. Der im Achtpaß gebildete Sockel hat eine Reihe glatter Buckel, deren schmale Endungen verjüngt zum Schaft ansteigen. Den Schaft bildet im Gegensatz zu der gotischen Pokalform eine gegossene mit starkem Relief verzierte Renaissancevase mit Bügeln. Dagegen ist der Deckel wieder mit zwei Reihen glatter gotischer Buckel gewölbt, aus deren Mitte eine kantige Spitze aufsteigt. Diese trägt auf einer achtkantigen Halbkugel die gegossene Figur einer lebhaft bewegten Lukretia. Im Boden des Gefäßes eine kegelförmige Spitze wie bei dem Ageleybecher auf Tafel 11,1. Im Boden des Deckels eine achteckige Medaille mit der Auferstehung Christi in der Art des Joachimsthaler Meisters GW. – Ohne Marken. Anfang 17. Jahrhunderts. (H. 35 – IV. 197.)


Rechts: Pokal mit Deckel aus rotem Jaspis in vergoldeter Silberfassung, an Stelle des Schaftes ein gegossener Putto auf rundem Sockel mit glatter Hohlkehle. Das Gefäß aus Jaspis hat einen unteren Kranz von radial gestellten Buckeln, die Ränder der Fassung leicht graviert. Auf dem Knopf des Deckels eine Blume. Der Knabe aus weißem Silber trägt das Gefäß mittels eines mit der erhobenen Rechten gehaltenen von Ranken umspielten Topfes. Ohne Marken. Deutsch, 16. Jahrhundert. (H. 35 – IV 334.)