Sternschnuppen (Die Gartenlaube 1854)

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Titel: Sternschnuppen
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aus: Die Gartenlaube, Heft 3, S. 34
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[34] Sternschnuppen. In Nr. 45 v. J. dieser Blätter bat eine kundige Hand den Leser in die Geheimnisse der Sternschnuppen eingeführt. Von uns möge er hören, was der Aberglauben mit dieser Erscheinung in Verbindung gebracht hat. In Schweden ist es ein ziemlich verbreiteter Glaube. daß die Sternschnuppen die abgeschiedenen Seelen der Verstorbenen wären, die leuchtend gen Himmel zögen. Einige Talmudisten aber erklären sie für Feuerkugeln, welche die guten Engel den Teufeln nachwerfen, wenn diese sich an das Gitter des Himmels schleichen, um die Rathschlüsse Gottes zu belauschen. Ja, so weit ist man gegangen, eine weiße gallertartige Materie, die man wohl hier und da im Herbst und Winter auf den Wiesen findet und die nichts weiter als unverdauter Froschstoff ist, den wohl die Sumpfvögel auswerfen, für Sternschnuppenmasse zu halten und darnach zu benennen. – In dem elsässischen Städtchen Ensisheim ward einst der große Meteorstein aufbewahrt, der im Jahre 1492 herabgefallen und lange Zeit der berühmteste war. Ob er noch da ist, weiß ich nicht. Während der Revolution war er den Ensisheimern nach Colmar in’s Lyceum entführt worden. Sie erhielten ihn aber später wieder zurück und bewahrten ihn dann in der großen Kirche im Chor auf einer Konsole auf. Der Stein wog, nachdem manches Stück mit Gewalt weggeschlagen war noch etwa 70 Pfund, hatte 10 Zoll Höhe und 15 Zoll Durchmesser; auswendig mit einer bräunlichen Rinde überzogen. Seitdem hat man freilich viel schwerere Meteormassen beobachtet. Aber noch zu Anfang dieses Jahrhunderts wogen die Mineralienhändler in Paris ihren Werth und ihr Gewicht gegen gemünztes Gold auf; jetzt nicht mehr. seit so viele gefunden werden, daß alle Liebhaber befriedigt werden können und auch nicht die Versuchung eines künstlichen Nachmachens locken kann. Unter dem Ensisheimer Steine stand (oder steht) eine lateinische, deutsche und französische Inschrift. Die deutsche lautet:

Tausend vierhundert neunzig zwei
Hört’ man allhier ein groß Geschrei.
Daß zunächst draußen vor der Stadt
Den siebenten Wintermonat,
Ein großer Stein bei hellem Tag
Gefallen mit einem Donnerschlag.
An dem Gewicht drittehalb Centner schwer.
Von Eisenfarb’, bracht man ihn her
Mit stattlicher Procession,
Sehr viel schlug man mit Gewalt davon.