Tetzels Ablaßkasten in Flechtingen

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Textdaten
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Autor: Jodocus Donatus Hubertus Temme
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Titel: Tetzels Ablaßkasten in Flechtingen
Untertitel:
aus: Die Volkssagen der Altmark
Herausgeber:
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Nicolaische Buchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Google und Scans auf Commons
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41. Tetzels Ablaßkasten in Flechtingen.

Der berüchtigte Ablaßkrämer Tetzel kam zu seiner Zeit in das Dorf Flechtingen im Kreise Salzwedel, und bot seine Waare aus, verkaufte auch viel. Als das der Edelmann des Dorfes, Barward von Schenk geheißen, erfuhr, begab sich dieser auch zu ihm, und verlangte einen Ablaßbrief für eine schwere Sünde, die er aber noch nicht begangen habe. Er erhielt ihn, mußte ihn aber sehr theuer bezahlen. Wie darauf der Ablaßkrämer guten Muths und [35] mit vielem Gelde beladen, welches er in der ganzen Umgegend reichlich eingenommen, wieder abzog, da jagte Barward von Schenk auf einem anderen Wege ihm zuvor, und trat ihm plötzlich in der Flechtinger Forst entgegen. Hier forderte er ihm seinen Ablaßkasten ab mit dem Sündengelde darin. Der Mönch erschrak zwar sehr, und suchte dem Edelmann begreiflich zu machen, welch’ eine große, schwere Sünde er begehe, wenn er ihn und somit die heilige Kirche beraube. Allein der Herr von Schenk erinnerte ihn daran, wie er ja eben für eine recht schwere Sünde von ihm einen Ablaßbrief erhalten, und der Domikaner mußte, alles Sträubens ungeachtet, seinen Kasten mit allem Gelde hergeben. Von diesem Gelde ließ der Edelmann, da das Dorf bis dahin keine eigene Kirche hatte, die Kirche in Flechtingen bauen, die daselbst noch gegenwärtig steht.