The Life and Works of Christopher Dock/5 Geistliches Magazien/No. 33

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Textdaten
Autor: Christopher Dock
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Titel: The Life and Works of Christopher Dock
Untertitel: V. Geistliches Magazien. No. 33.
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Entstehungsdatum: 1908/vor 1771
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Verlag: J. B. Lippincott Co.
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Erscheinungsort: Philadelphia & London
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Geistliches Magazien. Num. 33.


Copia einer Schrifft welche der Schulmeister Christoph Dock, an seine noch lebende Schüler zur Lehr und Vermahnung aus Liebe geschrieben hat.

Allen Dienern und Aeltesten, Hauß-Vätern und Müttern, nebst ihren Kindern und Angehörigen, wünsche ich zur hertzlichen Begrüssung, daß der GOtt des Friedens, unsere Hertzen und Sinnen regieren wolle zu einem GOtt wohlgefälligen Leben und Wandel, zu thun was vor ihm gefällig ist, durch JEsum Christ, welchem sey Ehre, von Ewigkeit zu Ewigkeit Amen.


Geliebte in dem HErrn!

WAs die Ursach dieses Schreibens anbelangt, so geschiehet solches aus einer dringenden Liebe zur Aufmunterung, auch eine hertzliche Liebes-Warnung, aus treuer Liebes-Pflicht an alle meine gewesene Schüler, so noch vor gegenwärtige Zeit im Leben sind, dann ich nicht wissen kan, wie bald ich meine sterbliche Hütte ablegen werde, ach! liebe Kinder! wann ich zurück dencke, was der HErr vor Gnaden-Gaben in euch geleget, da ihr noch in eurer kindlichen Einfalt waret, und wie erfreulich es mir ist, wan ich an den erwachsenen Schülern sehen und spühren kan, daß die Furcht GOttes in ihren Hertzen Raum und Platz bekommen hat, den bösen Lüsten und Begierden des Fleisches Widerstand, zu thun, und das Schulrecht in Christi Schule zu lernen, und sich zubereiten und zubereiten lassen wollen, Christi Joch auf sich zu nehmen, und als Schäflein ihrem Seelen Hirten in Lehr und Leben zu folgen, sich willig in Gehorsam ergeben, und ferner ergeben wollen; solchen wird auch wann sie bis ans Ende getreu verbleiben zu Theil werden, was der HErr JEsus solchen verheissen, Joh. 10, 27. 28.

Weilen aber diese Anzahl sehr gering, und sich wohl eine grössere Anzahl finden möchten, die mit Demas die Welt lieb gewonnen, dem Fleisch Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten, welches doch, wofern es nicht durch hertzliche Busse in einem bessern Sinn und Lebens-Veränderung noch diesseit dem Grab komt, so thut GOttes Wort in Heil. Schrifft den Ausspruch solcher Gestalt über solche, und ist und bleibt über alle unbußfertige, fleischlich gesinnte Menschen der Ausspruch also, wie solches an vielen Orten in Heiliger Schrifft kan nachgesehen werden, als Röm. 8, 6. 7. 8. auch Röm. 6, 20. 21. Gal. 5, 19. 20. Gal. 6, 7. 8. 9. Ephes. 5, 3. 4. 5. 6. Colos. 3, 5. 6. 7. 8. und an vielen andern Orten mehr. Aus angeführten Zeugnüssen Heil. Schrifft kan gesehen werden, was die Liebe dieser Welt, in Augenlust, Fleischeslust und hoffärtigem Leben vor ein Weinstock ist, was er vor Frucht bringet; er bringet keine Frucht zum ewigen Leben, dann ihr Weinstock ist des Weinstocks zu Sodom, und von dem Acker zu Gomorra, ihre Trauben sind Galle und haben bittere Beeren, ihr Wein ist Drachen-Gifft, und wütiger Ottern Galle, 5 Buch Mose 32, 32.

Und ob es gleich schon noch nicht so weit zum Verfall kommen, daß man solche grobe Wercke des Fleisches vollbracht, wovon in angeführten Zeugnüssen Heil. Schrifft meldung geschehen, so ist doch die Zeit die man nach seines Fleisches Lüsten zu leben angewendet, nicht zu seiner Seelen Heyl und Seeligkeit angewendet worden, und wäre ja höchst nöthig vom Sünden-Schlaf aufzustehen, und sich in den rechten Weinstock Christum JEsum in hertzlicher Liebes-Vereinigung nach seinem Gebot und befehl, in freywilligem Gehorsam einverleiben zu lassen, zu einem fruchtbaren Reben, der Früchte tragt zum ewigen Leben, HErr JEsu du bist ja unser Bräutigam, du hast ja dieses in deinem seeligmachenden Wort verheissen, und uns so freundlich eingeladen und gesprochen: Siehe ich stehe vor der Thur und klopfe an, so jemand meine Stimme hören wird, und die Thür aufthun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten, und er mit mir.

Ach daß solche Liebes-Vereinigung auch bey uns geschehen möchte, klopfe dann liebster JEsu bey uns allen an, an der Thüre unsers Hertzens. Ach möchten doch diejenige, die die Welt in Augenlust, Fleischeslust und hoffärtigem Leben lieb gewonnen, deine Stimme hören, aufwachen, vom Sunden-Lager aufstehen, und dir ihre Hertzens-Thür aufthun, der Welt absagen, und dir nachfolgen in Lehr und Leben, hierzu wolle der gnadenreiche GOtt den Segen geben.

Wann wir betrachten, die holdseeligen und gnadenreiche, ja liebreiche Einladung des HErrn JEsu an alle Menschen, welche er in seinem Testamentlichen Willen so vielfältig hinterlassen, ich will der kürtze nach nur etliche anführen: erstlich, Matth. 11, 28. 29. 30. rufft er mir und allen Menschen zu, und spricht: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seyd, ich will euch erquicken, nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, dann ich bin sanfftmüthig / und von Hertzen demüthig, so werdet ihr Ruhe finden vor eure Seelen, daß mein Joch ist sanfft, und meine Last ist leicht.

Ihr lieben Kinder! wir werden ja hier von unserm Seelen-Bräutigam so liebreich genöthiget zu kommen, und er will uns erquicken, und wann wir sein Joch auf uns nehmen, und Hertzens Demuth und Sanfftmuth von ihm lernen, so werden wir Ruhe finden vor unsere Seele, und solche Seelen-Ruhe wird ewig zu geniesen seyn; nun Kinder! was ist doch süsser als Ruh, und Demuth ist der Weg dazu, und was ist schmertzlicher als Pein, und Hochmuth stürtzet da hinein.

Wie erquicklich war es der grossen Sünderin, von welcher wir lesen Luca 7. als ihr der Herr JEsus die schwere Sündenlast abgenommen, und ihre Seele ruhe gefunden, zur hertzlichen Dancksagung saßte sie sich zu des HErrn JEsu Füssen nieder, und netzte seine Füsse mit Thränen und trücknete sie mit ihrem Haar, und küssete seine Füsse, und salbete sie mit Salben. Nun lieben Kinder, die ihr zu eurem Verstand und Jahren kommen, bedencket dieses bey euch selbst, Christus ruffet alle mühselige und beladene zu sich, und wir sind ja alle mühselig und mit Sünden beladen, Dann wer da weiß Gute zu thun, und thuts nicht, dem ists Sünde. Jac. 4, 17.

Christus nöthiget uns so liebreich, aber er will uns nicht zwingen, es erfordert zu diesem kommen einen freywilligen Gehorsam, dieweilen aber in keinem andern Heyl, und ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden, als allein durch Christum, er ist das unschuldige Lam, welches der gantzen Welt Sünde getragen, Er ist die Versöhnung für unsere und der gantzen Welt Sünde worden, er ist unser Seelen-Bräutigam, der das verlohrne menschliche Geschlecht wieder aus des Satans Macht erlösete, und will sich mit seinem erlöseten Menschlichen Geschlecht verloben in Ewigkeit, so solte ja auf unserer Seite daß Verloben an Christum unsern Seelen-Bräutigam, wie wir in Liebe mit ihm verlobt und vereinigt werden möchten, unser Hauptwerck und innigstes Verlangen seyn, wornach nach wir am ersten trachten solten, ja es solte uns mehr daran gelegen seyn, als an allem was sichtbar ist, er allein ist uns von GOtt gemacht, zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung, 1 Corinth. 1, 30. Es ist anders kein Mittler zwischen GOtt und den Menschen, als nur allein der eingebohrne Sohn Gottes, Christus JEsus, 1 Tim. 2, 4. 5. 6. Durch ihn haben wir einen Zugang zum Vater, Eph. 2, 17. 18. Und wann wir mit dem verlohrnen Sohn recht in uns schlagen, und unsern Zustand wegen unserer begangenen Sünden recht zu Hertzen fassen, und in rechter Hertzens Busse den Vorsatz fassen, mit dem verlohrnen Sohn zum Vater zu gehen, und zu ihm sagen: Vater ich habe gesündiget in dem Himmel und vor dir, ich bin nicht werth daß ich dein Sohn heisse, mache mich nur als einen deiner Taglöhner, ich ergebe mich nun aufs neue unter deinen Gehorsam, und sage nun dem Satan, der Welt und meinem fleischlich-gesinten Eigenwillen ab, die mich bisher von dir und deiner Gnade haben abgewendet, ach GOtt sey mir Sünder gnädig, und gib mir den Mittler zwischen dir und den Menschen, das ist dein lieber Sohn, an dem du Wohlgefallen hast, der ist ja das Versöhn-Opfer vor mein und der gantzen Welt Sünde worden, den hast du uns aus Liebe gegeben, ach gib mich ihm auch zum Eigenthum über, daß ich durch sein bitter Leyden und Sterben von meinen Sünden gereinigt werde, der kan mich durch sein Blut reinigen, und ich will mich auch forthin diesem Seelen-Artzt gantz übergeben in gewilligen Gehorsam, und die Gebote und Befehle, die er mir, meine arme und verwundete Seele zu heylen, vorschreibt, gutwillig annehmen; kommen wir so mit dem Verlohrne Sohn in wahrem Glauben, hertzlicher Busse, mir einem demüthigen und zerschlagenen Hertzen und Gemüthe zum Vater, und dem Sohn, so folget hierauf die zweyte Einladung des HErrn JEsu, und die ist so freundlich und gnadenreich als die Erste, sie ist beschrieben im Evangelio Johannes 6, 37. und lautet wie folgt: Alles was mir mein Vater gibt, das komt zu mir, und wer zu mir kome, den werde ich nicht hinaus stossen.

So komme dann wer Sünder heißt, und wen sein Sünden-Greul betrübet, zu dem, der keinen von sich weißt, der sich gebeugt zu ihm begiebet, wie wilt du dir im Lichte stehn, und durch dich selbst verlohren gehn, wilt du der Sünde langer dienen, da dich zu retten, er erschienen, O nein! verlaß die Sünden-Bahn, mein Heyland nimt die Sünder an.

Was sind nun die Hindernüssen, die uns verhindern, daß wir nicht zu Christo unserm Seelen-Bräutigam kommen?

Der Satan stellet uns das Reich dieser Welt und ihre Herrlichkeit vor, in Augenlust, Fleischeslust, und hoffärtigem Leben, und wann wir dann unserm fleischlichgesinten Eigenwillen, der nach dem Fall von Natur zum Bösen geneigt ist, die Herrschafft überlassen, so wird das Kommen zu Christo wenig Fortgang gewinnen, man komt wohl so weit, daß man bekennet, daß Christus vor alle gestorben, welches auch eine lautere und theure Wahrheit ist, aber warum Christus für alle gestorben, und wie unsere Pflicht dargegen ins Werck gerichtet werden solle, solches wird sogleich mit beygefüget, und lautet wie folgt, 2 Corinth. 5, 15. Und er ist darum für sie alle gestorben, auf daß die so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Diese Lebensreguln sind dem fleischlich-gesinte Eigenwillen zuwider, und so lang der fleischlich-gesinte Eigenwille die Oberhand behält, wird daß Kommen zu Christo verhindert. Die Pharisäer und Saducäer, wovon wir lesen Matthai 3, die kamen auch zu Johannes Tauffe, wie aber Johannes ihr Eigenwilliges und hochmüthiges Leben ansahe, so nannte er sie Ottergezüchte, und sprach zu ihnen: Sehet zu und thut rechtschaffene Früchte der Busse. Aber sie thäten nicht Busse, sie verachteten auch GOttes Rath wider sich selbst, und liesen sich nicht tauffen, als zu sehen Luca 7. Der HErr JEsus gab ihnen auch den Rath was sie thun solten daß sie das ewige Leben finden möchten, die Worte sind beschrieben Johannes 5. und lauten wie folgt: Suchet in der Schrifft dann ihr meinet ihr habt das ewige Leben drinnen, und sie ists die von mir zeuget, und ihr wolt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möchtet. Der hochmüthige Eigenwille hielte sie von Christo und dem ewigen Leben ab.

Ich bekenne von Hertzen mit dem Apostel Pauli, 1 Timoth. 1, 15. Daß es je gewißlich wahr sey, und ein theuer werthes Wort, daß JEsus Christus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der fürnehmste bin. Aber weil Christus kommen ist die Sünder selig zu machen, so muß der Sünder auch zu Christo kommen, wann er selig werden will. Kommen wir Sünder zu Christo, der kommen ist die Sünder selig zu machen, so komt das verlohrne Schaaf zu seinem Hirten, der verlohrne Groschen ist wieder gefunden, der verlohrne Sohn komt wieder zu seinem Vater, worüber sich die Engel im Himmel erfreuen, und je mehr wir den Vorsatz nehmen uns mit Christo in freywilligem Gehorsam zu vereinigen, je mehr werden wir auch befinden, daß uns die Dinge die uns nach unserm fleischlich-gesinten Eigenwillen eine Lust waren, werden uns nun eine schwere Last seyn, worüber wir uns genöthigt finden werden in hertzlicher Busse mit einem demüthigen Fußfall zu der Gnaden-Thür zu wenden, bis das verwundete Gewissen geheilet, und wir Ruhe finden vor unsere Seelen, und solche Seelen-Ruhe werden wir bey Christo finden, wann wir zu ihm kommen.

Solte mir nun diese Frage zu Theil werden, weilen ich vom Kommen zu Christo schreibe, ob wir dann aus eignen Kräfften zu Christo kommen können, ich antworte mit Nein, wir können es nicht aus eigenen Kräfften, aber darin und darmit sind wir nicht entschuldiget, es komt hierinnen auf unser Wollen oder nicht Wollen an, der HErr JEsus legt ein Zeugnüß seines Willens ab, über Jerusalem, die Worte sind beschrieben Lucas 23,37. Wie offt habe ich deine Kinder versamlen wollen, wie eine Henne versamlet ihre Rüchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewolt.

Wollen wir uns durch die heylsame Gnade GOttes nicht züchtigen lassen, das ungöttliche Wesen und die weltliche Lüste zu verleugnen, so sind wir ja selbst schuld dran, daß uns der HErr JEsus nicht unter seine Gnaden-Flügel nehmen kan, wie gern er auch wolte. Die natürlich gebohrnen Kindlein können aus eignen Kräfften nichts thun zu ihrer selbst Reinigung, noch sich selbst bekleiden, speisen und träncken, noch sich selbst vor allen widerwärtigen Zufällen zu bewahren, zu diesem allen haben sie aus eigenen Kräfften kein Vermögen, was ihnen mangelt, daß zeigen sie mit Weinen an, dieses Weinen rührt der Mutter Hertz, sie reinigt es, sie reicht ihm die Brüste, und ist der Mutter ihre Freude, wann das Kind dieselbe zu seiner Leibs- und Lebens-Nahrung annehmen will, will aber das Kind dieselbe nicht annehmen, so wird die Mutter betrübt, dann sie weiß daß dadurch dem Kind seine Leibes- und Lebens-Kräffte abnehmen, nun so unvermögend als die natürliche gebohrne Kindlein aus eignen Kräfften sind, so unvermögend sind wir auch aus eigenen Kräfften uns selbst zu reinigen, wann wir aber unsere Nichtigkeit erkennen wie elendig es mit uns bestelt ist, und sind begierig nach der vernünfftigen lautern Milch der Gnaden, wie die jetzt gebohrne Kindlein nach ihrer Mutter-Milch, so ist ja diese heylsame Gnade GOttes allen Menschen erschienen; sind wir nun von Hertzen willig uns durch diese Heylsame Gnade züchtigen zu lassen das ungöttliche Wesen und die weltliche Lüsten zu verleugnen, und wolten gerne züchtig, gerecht und Gottselig leben in dieser Welt, wir befinden uns aber aus eigenen Kräfften hierzu wie die jetzt gebohrne Kindlein, gantz krafftloß u. unvermögend, so ist in solchem Zustand kein besser Mittel, als wir lassen unser Anliegen mit Weinen, Bitten und Flehen vor GOtt kund werden, er kan den Müden Krafft, und den Unvermögenden Stärcke geben, und vor solche hat ja der HErr JEsus 3 Schlüssel der Verheissungen in seinem Testamentlichen Willen hinterlassen, der erste, bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopffet an, so wird euch aufgethan. Und was wir dann auf unser Bitten, Suchen und Anklopffen empfangen, das ist lauter Gnade um Gnade, und solches können wir auch unsern eigenen Kräfften nicht zuschreiben, sondern der Gnade GOttes, und bleibt also die Seligkeit ein Gnaden-Geschenck von GOtt uns geschencket, und durch unsern HErrn JEsum Christum erworben, es werden auch wenig Tage und Stunden vorbey gehen, daß wir im leiblichen und geistlichen Anliegen nicht nöthig haben auf der Wache zu stehen, sondern wir werden alle Zeit Ursache haben uns mit Wachen und Bäten zu der Gnaden-Thür zu wenden, und um Geistes- und Glaubens-Kräffte anzuhalten, weil sich täglich Feinde finden, die wider unsere Seele streiten, gegen welche wir aus eigenen Kräfften nichts vermögen, aber durch GOttes Hülff und Beystand vermögen wir alles.

Der HErr wolle uns erlösen von allem Uebel, und aushelfen zu seinem himmlischen Reich, welchem sey Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen.

Ihr lieben Kinder, die ihr zu eurem Verstand und Jahren kommen seyd, die Liebe zu eurem Seelen Heyl und Seligkeit, hat mich gedrungen euch noch vor meinem Abschied aus Liebe zu ermahnen; untersuchet euch selbst, ob ihr im Glauben zu Christo kommen, oder noch zu kommen willig seyd, findet ihr bey euch, daß ihr mit dem verlohrnen Sohn vom Vater gegangen, so fasset den Vorsatz mit dem verlohrnen Sohn wieder zum Vater zu gehen, lasset euch die Welt mit ihrer Augenlust, Fleischeslust, und hoffärtigen Leben nicht länger bethören, machet eure Hertzen loß von solcher falschen Liebe, und verliebet und verlobet euch mit JEsu unserem Seelen-Bräutigam, der aus Liebe sein Leben für uns gelassen, er heisset uns ja so liebreich kommen, wie ihr aus seinem Wort vernommem, Solch Kommen bringet uns Licht, vergesset doch das Kommen nicht.

Euer in Liebe schuldiger
 Christoph Dock.

NB. Der Drucker hat es bey diesem Stück nöthig erachtet des Authors Namen bey zusetzen, erstlich, weil es besonders, oder zum Voraus an seine Schüler gerichtet ist, (ob es wohl alle Menschen ohne Ausnahm angehet,) so ist es billig, daß sie wissen wer mit ihnen redet, so hat auch zum Andern der liebe Author einen solchen guten Wandel geführt, und thut es noch, in seinem hohen Alter, daß es nicht unerbaulich, und ihm nicht nachtheilig seyn wird, daß man seinen Namen wisse. GOtt gebe, daß alle die es lesen, sich einen würcklichen Nutzen daraus schöpffen mögen.